Zuchtsauen: Vitalere Ferkel mit einem gesunden Gesäuge

Je gesünder das Gesäuge, desto besser der Start für die Ferkel. Gerade bei steigenden Wurfgrößen kommt es auf ein voll funktionsfähiges Gesäuge an.
Fast alle Gesäugeschäden entstehen im Abferkelstall

Ferkel aus großen Würfen sind leichter; „Die Anforderung an die Gesäugequalität steigt.“ Wie aus einer Untersuchung des Lehr- und Versuchsgutes Köllitsch hervorgeht, entstehen Gesäugeschäden zu 98 % im Abferkelstall. Blutkrusten an den Zitzenspitzen deuten auf die starke mechanische Beanspruchung der saugenden Ferkel hin. Diese Symptome trifft man in der Regel an den von den starken Ferkeln bevorzugten vorderen Zitzen an. Generell ist der hintere Zitzenbereich verletzungsgefährdeter als die vorderen Zitzen. „Im Gegensatz zu den Blutkrusten nehmen echte Verletzungen wie Schürf- und Schnittwunden von vorne nach hinten kontinuierlich zu.

Jede Verletzung ist eine Eintrittspforte für Krankheitserreger

Die stärkere Betroffenheit hinterer Gesäugeabschnitte für Verletzungen liegt vermutlich an der Anatomie des Gesäuges.“ Auch unterscheiden sich die Verletzungen an den Zitzen von Alt- und Jungsauen. Während bei Jungsauen mehr Schnitt- und Schälwunden zu verzeichnen sind, haben Altsauen mehr Blutkrusten. Jede Verletzung ist Eintrittspforte für Krankheitserreger und damit im schlimmsten Fall für den Verlust des betroffenen Gesäugeabschnittes. Hinzu kommt, dass in der intakten Zitzenwand Immunglobuline gebildet werden, die das Abwehrsystem der Ferkel stärken. „Das dafür erforderliche Gewebe ist nach Einschätzung einzelner Wissenschaftler an den vorderen Zitzen stärker ausgeprägt als im hinteren Gesäugebereich.“

Klares „Nein“ für alle unebenen Übergänge zwischen den Spaltenelementen in den Abferkelbuchten

Daneben hat auch die Ausgestaltung der Abferkelbucht und der Spaltenbodenelemente großen Einfluss auf die Gesäugequalität und –gesundheit. Ein klares Nein verdienen alle unebenen Übergänge zwischen den einzelnen Spaltenbodenelementen. Oft werden hier zum Wohle von Sau und Ferkeln verschiedene Materialien verwendet. „Große Spaltenbodenelemente sind besser als viele kleine. Das ist beim Übergang von Metall- oder Beton- zum Kunststoffboden besonders wichtig.“ Vorteilhaft sind wenige Elemente, die in Zahnung und Höhe optimal zueinender passen. Wie die ausgewerteten Versuche zeigen, schneiden bei gerader Aufstallung und bei kleineren Rosten der Größe 40 x 60 cm Böden aus Gusseisen besser ab. „Bei diagonaler Aufstallung überwiegen hingegen die Vorteile der Böden aus Kunststoff.“ Ein ruhiger Umgangston speziell bei den Jungsauen und das Schleifen der Ferkelzähne sind der Gesäugegesundheit ebenso förderlich wie das Einreiben der Zitzenleiste mit pflegenden Substanzen (Quelle: Dr. Eckhard Meyer in top agrar 6/09, S S. 12–15).


Autor:
Aktualisiert am: 17.06.2009 15:19

Landwirt.com Händler Landwirt.com User