Zuchtsauen: Mit guten Leistungen am „Sommerloch“ vorbei

Typische Zeichen der sommerlichen Fruchtbarkeitsprobleme im Sauenstall sind verzögerte Brunsteintritte, niedrigere Abferkelraten, nicht brünstige oder vermehrt umrauschende Sauen, kleine Würfe und steigende Aborte.
Hier hilft ein ausgefeiltes Sommermanagement, beginnend bei der Optimierung der Fütterung und Haltung bis hin zur Organisation der Anpaarung, einer intensivierten Brunstkontrolle und einem angepassten Besamungsregime.

Höhere Umrauschquote bei der Zahl der Belegungen berücksichtigen

Um zu vermeiden, dass bedingt durch das Sommerloch in den darauf folgenden Monaten im Abferkelstall Buchten leer bleiben, werden im Schnitt 15 % mehr Sauen, sprich zusätzliche Jungsauen, belegt als üblich. „Der Beginn und die Höhe der Zusatzbelegungen sind an die betriebliche Leistungskurve und den Temperaturverlauf anzupassen.“ Auch Brunstkontrolle und Brunststimulation sollten bei hohen Außen- und damit steigenden Innentemperaturen neu überdacht werden. Für Mensch und Tier ist es von Vorteil, wenn die Brunstkontrolle in die noch kühleren Vormittagsstunden verlegt wird. Hier lassen sich brünstige Sauen besser erkennen und auch die Aufmerksamkeit des Landwirtes ist höher als bei nachmittäglicher schweißtreibender Hitze. Ändert sich der Brunstverlauf, kann zügig mit einer angepassten Besamung reagiert werden. Rauschefördernd wirkt sich Auslauf im Freien während der kühleren Morgenstunden aus. Dennoch auf Sonnenschutz achten. Nicht nur die Sauen, auch die Eber leiden unter der Sommerhitze. Eber benötigen jetzt besonders viel frisches Wasser. „Ein hitzegestresster Eber stimuliert kaum.“

Besamungen in die kühleren Morgen- bzw. Abendstunden durchführen


Auch über den Einsatz von Zyklusstartern sollte man nachdenken und mit dem Tierarzt absprechen. „Die Behandlung mit Zyklusstartern 24 Std. nach dem Absetzen verbessert den Brunsteintritt und erhöht im Sommerzeitraum die Abferkelleistung.“ Empfohlen wird bei Sauen ab dem dritten Wurf eine Dosierung von 750 bis 800 IE PMSG; bei Sauen im zweiten Wurf erhöht sich die Dosis u.U. auf 1000 IE. Ebenso wie sich die Brunstkontrolle in den kühlen Morgen verschiebt, verschieben sich auch die Besamungszeiten in die kühleren Abendstunden. Der Abstand von 16 bis 18 Std. zwischen KB 1 und KB 2 bleibt dabei erhalten. Es hat sich bewährt, Frühdulder dreimal zu besamen. Um die Spermaqualität zu erhalten, ist auf kühle Lagertemperaturen von 15 -17 °C zu achten. „Die maximale Lagerdauer des Frischspermas von 72 Std. sollte nicht voll ausgereizt werden. Wird Oxytocin zur Spermaportion hinzugegeben, verbessert sich die Spermaaufnahme. Oberste Hygiene, eventuell auch der Einsatz von umhüllten Besamungspipetten, sorgen für Keimreduzierung, was dem ohnehin geschwächten Abwehrsystem der Sauen zu Gute kommt.
(Quelle: deuka.de „Fruchtbar trotz Sommerhitze“ von Dr. Arnd Heinze in dlz primus Schwein, 6/2010, S. 14 – 17)


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Aktualisiert am: 29.06.2010 16:17
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