Zuchtsauen: Deckzentrum optimal planen

„Im Deckstall wird das Geld gemacht“ – diese Aussage zeigt, dass es sich lohnt, bei der Planung eines neuen oder dem Umbau eines alten Deckzentrums arbeitswirtschaftliche und tierphysiologische Aspekte zu berücksichtigen.
Bei der Besamung erhöht eine intensive Stimulation durch einen sexuell aktiven Eber den Besamungserfolg
Bei der Besamung erhöht eine intensive Stimulation durch einen sexuell aktiven Eber den Besamungserfolg
Ob das Deckzentrum als separate Besamungseinheit oder als kombinierter Besamungs- und Wartestall ausgelegt ist, hängt von Produktionsrhythmus ab. So ist „die Arbeit mit einer spezialisierten Besamungseinheit nur beim einwöchigen Produktionsrhythmus möglich, da beim Mehrwochenrhythmus nicht vertretbare Leerstandszeiten auftreten. Der spezialisierte Besamungsstall bietet in Verbindung mit nachgeordneten Warteeinheiten eine bessere Stallflächenauslastung bei insgesamt niedrigerem Flächenbedarf je Sauenplatz.“ Egal für welches System man sich entscheidet: Wichtig aus hygienischer Sicht ist es, Infektionsketten durch die gruppenweise Aufstallung in getrennten Einheiten zu unterbrechen. „Dies bedeutet eine Abkehr vom bisherigen Aufstallungsprinzip der kontinuierlichen Belegung solcher Stalleinheiten mit mehreren Sauengruppen.“

Stress im Stall kann sich bei den frühträchtigen Sauen negativ auf die Abferkelrate auswirken

Werden Buchten bei kontinuierlicher Belegung gereinigt, so sind die Sauen nicht nur dem Kaltwassereinsatz preisgegeben, sondern können neu hinzugestallte Sauen mit Krankheitserregern infizieren. Daneben sorgen unterschiedliche Fütterungsfrequenzen und der Einsatz des Stimulierebers bei den frühträchtigen Sauen für Unruhe. Entscheidet man sich für den Bau einer spezialisierten Besamungseinheit, so steht fest, dass jede Woche zwangsläufig ausgestallt werden muss, da die nächste Sauengruppe zur Besamung ansteht. Da die Umstallung der besamten Sauen innerhalb der ersten zwei Tage nach der Besamung erfolgt und die befruchteten Einzellen sich noch im Eileiter und nicht in der Gebärmutter befinden, ist das Umstallen „ohne Leistungseinbußen möglich.“

Mehr Besamungsplätze zur Auslastung des Abferkelstalls einplanen

Bei der kombinierten Aufstallung sind je nach Produktionsrhythmus mehrere Stalleinheiten vorzuhalten (Wochenrhythmus = fünf Abteile, Zweiwochenrhythmus = drei Abteile, Dreiwochenrhythmus = zwei Abteile). Das erhöht die Baukosten und den Flächenbedarf; andererseits erspart man sich das Umstallen nach der Besamung bis zum 28. Trächtigkeitstag. Für beide Deckzentrums-Typen gilt: „Es ist ratsam, in der Anzahl an Besamungsplätzen etwas vorzuhalten, um die für die Auslastung des Abferkelstalles notwendige Anzahl tragender Sauen bereitstellen zu können.

Eber nicht direkt im Deckzentrum aufstallen

Das Deckzentrum ist so gestaltet, dass der Eber die Sauen vom vor den Köpfen der Sauen liegenden Ebergang aus stimuliert. Ebertüren, die vom Arbeitsgang aus geöffnet werden können. So lässt sich der Eber vor den jeweils zu besamenden Sauen fixieren und der Stimulationspeak der Sauen für ein optimales Besamungsergebnis nutzen. Entgegen älterer Empfehlungen gehören Eberställe in ein separates Abteil, das sich außerhalb des Deckzentrums befindet.
(Quelle: „Moderner Zuschnitt für Besamungsställe“ von Dr. Arnd Heinze in primus 7/09, S. 34 – 38)


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Aktualisiert am: 18.09.2009 10:36
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