Zuchtsauen: Besamungszeitpunkt mit Aufzeichnungen optimieren

Der Eisprung bei den Zuchtsauen findet zu Beginn des letzten Drittels der Brunst statt. Punktgenau kann man dies in der Praxis aber nicht vorhersagen. Hilfe bei der Überprüfung und Bestimmung des optimalen Besamungszeitpunkts bietet das Besamungsmonitoring.
Die Lebensdauer des Spermas in der Sau ist etwa auf 18 Stunden begrenzt, hinzu kommt aber auch noch, dass die Spermien in der Gebärmutter bis zur Befruchtungsfähigkeit einen Reifeprozess durchlaufen müssen. Nach dem Eisprung ist die Befruchtung der Eizelle in einem Zeitfenster von etwa vier Stunden möglich. Daher ist es wichtig, das Rauscheverhalten des eigenen Bestands zu kennen, um den optimalen Besamungszeitpunkt herauszufinden und die Arbeitsabläufe darauf auszurichten. Aus eigenen Beobachtungen und Aufzeichnungen können Betriebsleiter ihren Bestand in drei Rauschetypen unterteilen:

  • Frührauscher: Sauen, die bereits nach dem dritten Absetztag vor dem Eber "stehen" . Diese Sauen müssen nach dem Rauscheintritt erst verhältnismäßig spät besamt werden. Die Rausche dauert in der Regel sehr lange über mehrere Tage. Die erste Besamung findet dann 24 Stunden nach Duldungseintritt statt. Eine zweite Besamung erfolgt optimal nach 12 bis 16 Stunden. Eine dritte Belegung sollte nur bei den Sauen durchgeführt werden, die noch eine gute Duldung zeigen, da bei sehr späten Besamungen, die Infektionsabwehr im Uterus sinkt und damit die Gefahr von Gebärmutterentzündungen steigt.
  • Normalrauscher: Brunsteintritt etwa am fünften Tag nach dem Absetzen. Nach dem Duldungseintritt sollte hier etwa zwölf Stunden bis zur Besamung gewartet werden.
  • Spätrauscher: mit dem Duldungseintritt müssen die Sauen sofort besamt werden, da die Rausche nur sehr kurz ist.




Zur genauen Bestimmung des Rauschetyps müssen Absetztag, Uhrzeit, Wurfnummer, der Beginn, das Ende der Brunst und die Besamungstermine auf der Sauenkarte eingetragen werden. Diese Aufzeichnungen geben einen sehr guten Überblick über das Rauscheverhalten der Sauen. Solche Aufzeichnungen zeigen, dass die meisten Einzeltiere d
en Rauschetyp über das gesamte Sauenleben beibehalten. Untersuchungen zeigen auch, dass Sauen, die vom Absetzen bis zum Eintritt der Rausche mehr als sechs Tage benötigen, bei den Fruchtbarkeitsleistungen sehr stark abfallen. Gibt es viele Sauen mit einem sehr späten Brunsteintritt im Bestand müssen das Management im Abferkelbereich, Tiergesundheitsmaßnahmen, Stimulation, Fütterung und Futterhygiene genau überprüft werden.


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Aktualisiert am: 07.12.2008 12:28

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