Zuchtsauen: Bei Problemen mit der Fruchtbarkeit Mykotoxine beachten

In der tierärztlichen Fachzeitschrift „Der praktische Tierarzt“ wurde das Ergebnis einer Untersuchung an 399 Genitalorganen von unfruchtbaren Jung- und Altsauen mit verminderter Fruchtbarkeit berichtet.
Hierbei wurden die Eierstöcke, die Gebärmutter und die Harnblase untersucht. Die Gebärmutterschleimhaut wurde unter dem Mikroskop beurteilt. Ergänzend wurden bakteriologische Untersuchungen am Uterus sowie mykotoxikologische Untersuchungen in der Galle durchgeführt.

Knapp 50 % der Schlachtsauen hatten Zyklusprobleme

Auf Grund der ermittelten ovariellen Funktionskörper ergab sich, dass 51,4 % der untersuchten Sauen einen regulären Zyklus (Normozyklie) und 19,5 % einen unregelmäßigen Zyklusverlauf (Dyszyklie) aufwiesen, 16,0 % befanden sich in einem Zustand der Azyklie und 24,8 % der Jungsauen waren noch präpubertal (noch nicht geschlechtsreif). Die Uterusgewichte waren bei 33,6 % der Jung- und 13,9 % der Altsauen vermindert und bei 49,0 % der Jung- und 71,2 % der Altsauen über den Normalbereich erhöht.

Störungen in der Gebärmutterschleimhaut durch Mykotoxine

Histologisch wurden sehr häufig funktionelle Störungen in der Gebärmutterschleimhaut nachgewiesen, die vorwiegend auf die Wirkung von Mykotoxinen zurückgeführt werden. Bei 54,8 % dieser Tiere trat gleichzeitig eine mittel- oder hochgradige Blasenentzündung (Zystitis) auf.

Bakterien und Mykotoxine als Wegbereiter für Gebärmutterentzündungen

Bei den bakteriologischen Untersuchungen wiesen die Untersucher im Uterus in 76,1 % der untersuchten Proben E. coli, in 32,8 % Aeromonas hydrophila, in 13,4 % N-hämolysierende Streptokokken und in 7,3 % Proteus mirabilis nachgewiesen. Der Immunfluoreszenztest zum Nachweis von Chlamydien war in 10,5 % der Proben positiv. Die Untersucher nehmen an, dass die genannten Keime fakultativ-pathogen (bedingt krankmachend) sind. Als Wegbereiter, welche das Entstehen einer Gebärmutterschleimhautentzündung (Endometritis) begünstigen, werden unter anderem die Mykotoxine Deoxynivalenol (DON) und Ochratoxin A (OTA) angesehen.

(Quelle: Ergebnisse diagnostischer Untersuchungen an den Genitalorganen von unfruchtbaren Sauen in den Jahren 2005–2007; Der praktische Tierarzt 90, Heft 3, 244–255 [2009])


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Aktualisiert am: 19.05.2009 07:30
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