Zucht seltener Nutztierrassen - ein Erfolgsweg

Vor rund 30 Jahren wurde mit der Gründung der ÖNGENE* der Grundstein für eine österreichweit „züchterisch organisierte“ Erhaltung seltener Nutztierrassen gelegt. Für die bäuerliche Generhaltungszucht begann ein Erfolgsweg, der bis heute andauert.
Eine der seltenen und alten erhaltungswürdigen Schafrassen ist das Krainer Steinschaf.
Eine der seltenen und alten erhaltungswürdigen Schafrassen ist das Krainer Steinschaf.
Nach der Katalogisierung und Bestandsaufnahme der seltenen Rassen wurden im Rahmen eines Bergbauernsonderprogrammes in den Jahren 1982 – 1995 für seltene Rinderrassen finanzielle Zuschüsse bei reinrassiger Anpaarung und Haltung in bäuerlichen Betrieben gewährt.
Bei den anderen Tierspezies (Pferd, Schaf, Ziege, Schwein) wurde in dieser Zeit nur zum Teil die Erhaltungszucht durch Landesverbände, zum Großteil aber durch verantwortungsvolle Idealisten und Züchtervereinigungen wahrgenommen. Öffentliche Mittel standen dabei kaum zur Verfügung. Die Leistungen des damaligen VEGH (Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen), heute Arche Austria, dürfen dabei auf keinen Fall unerwähnt bleiben.

Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 wurde die Erhaltung seltener Nutztierrassen an das ÖPUL-Programm gebunden. Seither werden auch erhaltungswürdige Schaf-, Ziegen-, Pferde- und Schweinerassen in die Erhaltungsprogramme miteinbezogen. Zurzeit sind 31 seltene Rassen in der anerkannten Rassenliste eingetragen, die bei Einhaltung der Generhaltungsmaßnahmen gefördert werden.

Die Kernziele des Generhaltungsprogrammes sind:

• Erhaltung in bäuerlicher Zucht nach Möglichkeit in angestammten Regionen unter Berücksichtigung der Tradition

• Erhaltung der Genvarianten durch gezielte Anpaarung mit möglichst unverwandten Vatertieren, Kontrolle der Inzuchtzunahme sowie vermehrte Aufzucht und Bereitstellung von Vatertieren

• Aufbau einer Genbank zur Sicherung des Genpools seltener Rassen

Erhaltung in bäuerlicher Zucht
Alle Züchter, die an der ÖPUL-Maßnahme „Seltene Nutztierrassen“ teilnehmen, müssen Mitglied bei einem anerkannten Zuchtverband sein und aktiv reinrassige Tiere entsprechend den Vorgaben im Generhaltungsprogramm halten und züchten. Das sind die Vorgaben für die Zuerkennung einer ÖPUL-Prämie. Das Fördergeld ist eine Anerkennung für die zu leistende vermehrte Zuchtarbeit sowie ein Ausgleich für etwaige tierische Minderleistungen.

Welche Zusatzleistungen die Generhaltungszüchter erbringen und wie sich die Zukunft darstellen könnte, erfahren Sie in diesem Beitrag in landwirt Ausgabe 2 von 2012.


Aktualisiert am: 09.01.2012 12:09
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