Zink und Selen: Wundermittel gegen hohe Zellgehalte?

Ziel eines jeden Milchviehbetriebes sollte es sein, die Eutergesundheit zu stabilisieren und die Zellzahl möglichst niedrig zu halten. In diesem Zusammenhang werden die Spurenelemente Zink und Selen oft als „Wundermittel“ genannt.
Österreichs Böden enthalten zuwenig Selen, es muss daher zugefüttert werden.
Österreichs Böden enthalten zuwenig Selen, es muss daher zugefüttert werden.
Zink ist an einer Reihe von physiologischen Funktionen beteiligt, wie zum Beispiel an der Bildung von Haut und Schleimhäuten. Daher ist Zink vor allem für eine normale Jugendentwicklung und für rasch erneuernde Zellen und Gewebe (zB Epithelzellen im Euter, Leukozyten) erforderlich. Bei der Milchkuh äußert sich ein Zinkmangel primär durch Schuppenbildung an den Hinterbeinen und am Euter, in weiterer Folge tritt eine verminderte Futteraufnahme und Milchleistung auf. Um eine ausreichende Versorgung mit Zink zu gewährleisten, gibt die GfE (Gesellschaft für Ernährungsphysiologie) einen Richtwert von 50 mg/kg Trockenmasse in der Gesamtration an. Dieser Wert kann über Grund- und Kraftfuttermittel in der Regel nicht gedeckt werden, sodass eine Ergänzung vorgenommen werden muss.

Selen ist vielschichtig in den Zellstoffwechsel eingebunden. In den Zellen ist es Bestandteil von Enzymen und übernimmt wichtige Aufgaben im Schilddrüsenstoffwechsel, in den Ovarien und in der Plazenta. Eine ausreichende Selenversorgung schützt die Zellen vor oxidativen Schädigungen, ausgelöst durch Sauerstoff oder anderen aggressiven Substanzen in der Nahrung (oxidativer Stress). In diesem Zusammenhang wirkt Selen auch mit Vitamin E. Selen hat aber zudem wichtige Aufgaben in der Immunabwehr. Ein Ausfallsymptom ist die Muskeldystrophie (Weißmuskelkrankheit), vor allem bei Kälbern, und in weiterer Folge treten Fruchtbarkeitsstörungen, Nachgeburtsverhalten und Euterentzündungen auf.
Für Milchkühe liegen die Empfehlungen für eine ausreichende Selenversorgung bei 0,2 mg/kg Trockenmasse.

Fazit
Unter Berücksichtigung einer gewissen Schwankungsbreite ist die Zellzahl in der Milch ein Indiz dafür, wie es um die Eutergesundheit einer Milchviehherde steht. Zink und Selen stehen nicht ursächlich mit einem erhöhten Zellgehalt in der Milch in Verbindung, können bei mangelnder Versorgung diese jedoch begünstigen. Auf eine ausreichende Zink- und Selenversorgung ist zu achten, da diese Spurenelemente wichtige physiologische Funktionen haben. Eine Supplementierung ist so gut wie immer erforderlich. Bei Zink und Selen muss darauf geachtet werden, nicht die Futtermittelgrenze von 150 bzw. 0,5 mg/kg Alleinfutter zu überschreiten, da sie stark toxisch wirken.

Autoren: Dipl. Ing. Christian PLITNER, Karl SCHEDLE und Wilhelm WINDISCH, BOKU Wien


Autor:
Aktualisiert am: 09.05.2006 11:15

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