Zapfwellenbetriebene Güllemixer im Praxisvergleich

Das „Landwirt“-Testteam hat gemeinsam mit den Forschungsanstalten des LFZ-Raumberg-Gumpenstein und der BLT-Wieselburg 4 zapfwellenbetriebene Güllemixer von Bauer, Kirchner, Reck und Vakutec in der Praxis und am Prüfstand getestet. Wie so oft zeigte sich auch hier, dass die Theorie und Praxis nicht viel miteinander zu tun haben müssen.
Die Testkandidaten (v.l.): Kirchner, Reck, Bauer und Vakutec
Die Testkandidaten (v.l.): Kirchner, Reck, Bauer und Vakutec
Die getesteten Mixer wurden von den Herstellern nach unseren betrieblichen Vorgaben ausgewählt. So mussten sich alle Mixer sowohl für geschlossene als auch für offene Güllegruben eignen. Um die Geräte besser zu vergleichen, waren Rührstangenlängen von 5 m gefordert. Für die Leistung der Güllemixer wurde vorausgesetzt, dass auch Traktoren mit 100 PS in der Lage sein mussten die Güllemixer anzutreiben. Entsprechend unserer Vorgabe rüsteten alle Hersteller ihre Maschinen für den Einsatz in geschlossenen Güllegruben mit einem hydraulischen Hubgestell aus. Dieses erleichtert das Einfädeln der Rührstange in die Grube. Weiteren Einfädelhilfen der Rührstange entsprachen herstellereigene Lösungen. Bei der Auswahl des Propellers gab es keine Größen- und Formvorgabe. Die Hersteller passten diese an ihre Mixertypen an.

Die Messergebnisse
Die Messung der Schubkräfte an den Güllemixern erfolgte durch eine eigene Dreipunkt-Kraftmesseinrichtung.
Die Messung der Schubkräfte an den Güllemixern erfolgte durch eine eigene Dreipunkt-Kraftmesseinrichtung.

Für die Durchführung der technischen Messungen wurde eine offene Güllegrube herangezogen, die im Vorhinein homogen aufgerührt wurde. Der TS-Gehalt der Gülle betrug 8,8 %. Jeder Güllemixer hatte somit die gleichen Einsatzbedingungen. Nach der Inbetriebnahme der einzelnen Güllemixer wurde gewartet, bis sich eine konstante Drehbewegung der Gülle eingestellt hatte. Danach wurde die Messung gestartet. Die Messungen der Schubkräfte an den Güllemixern erfolgte durch eine Kraftmesseinrichtung am Dreipunktgestänge, die am Heck eines 88 kW/120 PS starken Traktors befestigt war. Alle getesteten Geräte wurden mit identischer Traktorstellung zur Güllegrube und gleicher Abwinkelung des Mixerrohres positioniert. Die Mixer wurden mit den Zapfwellendrehzahlen 540 U/min und 650 U/min angetrieben. Für die Bewertung wurden die Antriebsleistung (kW), die Gesamtschubkraft (N) und die spezifische Schubkraft (N/kW) herangezogen.

So wurde in der Praxis getestet
Die Durchführung der praktischen Tests erfolgte auf mehreren landwirtschaftlichen Betrieben mit unterschiedlichen Grubentypen. Am anspruchsvollsten ist das Aufmischen von Gülle in geschlossenen Gruben mit schmalen Öffnungen. Bei solchen Gruben lassen sich die Güllemixer hinsichtlich ihrer Handhabung in der Praxis am besten miteinander vergleichen. Beurteilt wurden Kriterien, vom Einfädeln in die Güllegrube bis hin zur Fixierung der Rührstange in Arbeitsposition. Das Aufreißen von Schwimmdecken konnten wir nur subjektiv betrachten, da es aus praktischer Sicht nicht möglich war vier gleich große Gruben, nebeneinander positioniert, mit gleicher Schwimmdeckenkonsistenz zu finden.

Die Messergebnisse sowie die praktischen Erkenntnisse dieser Vergleichsuntersuchung finden Sie in der Ausgabe 22/2012 unserer Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“.

Aktualisiert am: 06.11.2012 19:08
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