ZMP: Milchpreise bleiben 2009 unter Druck

Die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP), Bonn, erwartet, dass die Milchpreise 2009 unter Druck bleiben. Bei Butter und Magermilchpulver sei sogar die Intervention nicht auszuschließen.
"Falls die Märkte in den ersten Monaten 2009 nicht wieder ins Gleichgewicht kommen sollten, könnte es erstmals seit 2006 in Deutschland wieder zu Verkäufen an die Interventionsstellen kommen, wobei die Interventionspreise seit damals deutlich gesenkt worden sind", erklärte die ZMP-Milchmarktexpertin Monika Wohlfarth laut Dow Jones News kürzlich in Berlin. Es sei zu erwarten, dass die EU-Milchanlieferungen trotz der Quotenerhöhung stagnieren werden. "In der EU wird die Quote 2009 wohl nicht ausgeschöpft werden", sagte Wohlfarth. Es zeichne sich aber ab, dass Deutschland 2008 seine Milchquote wohl überliefern werde.

Rezession kann Nachfrage dämpfen

Die Entwicklung der Milchexporte werde 2009 eine entscheidende Rolle spielen, sei aber angesichts der gegenwärtigen Finanzkrise noch nicht abzusehen. Die Exportnachfrage könne zum einen durch die sinkenden Preise stimuliert werden, zum anderen könne die Rezession die Nachfrage dämpfen. Unklar sei auch, wie sich der chinesische Milchmarkt, auf den sich so viele Hoffnungen richten, angesichts der Weltwirtschaftskrise und des jüngsten Milchskandals entwickeln werde. Es sei erkennbar, dass China nicht nur auf Milchimporte setze, sondern seine wachsende Milchnachfrage verstärkt durch Eigenproduktion zu decken versucht.

Gibt es wieder Exporthilfen?

Wohlfarth will auch nicht ausschließen, dass 2009 bei der Milch wieder Exporthilfen auf die Tagesordnung kommen. Diese seien grundsätzlich bis 2013 ein mögliches Instrument. "Die EU fördert keine Exporte, solange der Weltmarktpreis über dem Interventionspreis liegt. Von daher sind Exporthilfen nicht unwahrscheinlich", sagte die Milchmarktexpertin.


Aktualisiert am: 16.12.2008 08:53
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