ZAR auf der Messe Wels: Milchwirtschaft muss zusammenrücken

Die ZAR will die Kräfte auf der bäuerlichen Seite bündeln und fordert von der Politik Bekenntnis zur Rinderwirtschaft.
Die ZAR fordert von der Politik für die Zukunft klare Rahmenbedingungen für heimischen Rinderbauern. Foto: Messe Wels
Die ZAR fordert von der Politik für die Zukunft klare Rahmenbedingungen für heimischen Rinderbauern. Foto: Messe Wels
Die Konzentration der Milchproduktion auf die Gunstlagen ist Realität und ebenso die Bedeutung öffentlicher Gelder am Einkommen der Rinderhaltung. Der Abbau der Einkommensunterschiede, vor allem hinsichtlich des Arbeitskräftebesatzes ist ein Gebot der Stunde. Die Beibehaltung gekoppelter Rinderprämien auch in der neuen Förderperiode ab 2014 zur Förderung der Qualitätsproduktion und zur Absicherung des Rinderstandortes Österreich ist deshalb aus unserer Sicht unerlässlich. Ein engeres Zusammenrücken innerhalb der Wertschöpfungskette ist vordringlich, weil der Lebensmittelhandel, die Verarbeitungsbetriebe, die Konsumenten und die Produzenten in einem Boot sitzen. Die etablierten Forschungseinrichtungen, Universitäten, die gesetzliche Interessenvertretung und vor allem die Politik sind dabei unverzichtbare Partner. Der Wettbewerb wird zunehmen und die Professionalisierung der Betriebe auf der Grundlage moderner Zuchtprogramme wird an Bedeutung gewinnen. Entsprechende Leistungen der Milchkühe bei bestem Gesundheitszustand und ein nachhaltiges Herdenmanagement sind die großen Herausforderungen. Nicht zuletzt deshalb hat die RINDERZUCHT AUSTRIA ihr Betätigungsfeld von der unmittelbaren züchterischen Arbeit auf eine gesamtheitliche Betrachtungsweise ausgeweitet. Immerhin über ¾ der Milchkühe sind züchterisch erfasst und 86% der abgelieferten Milch kommt aus den Zuchtbetrieben. Die Weiterbildung der Landwirte insgesamt, das Projekt Jungzüchterprofi und aktuelle Forschungen auch im Hinblick auf die Energieeffizienz der Kuh und den Klimaschutz sind wichtige Aufgaben, denen sich die ZAR in den nächsten Jahren offensiv und dialogfähig annehmen wird.

ZAR fordert Rahmenbedingungen für die Zukunft
Die kleinststrukturierte bäuerliche Landwirtschaft und Rinderzucht wäre heillos überfordert, die erarbeiteten Wettbewerbsvorteile der letzten Jahre zu erhalten und die Position als Europameister beim Zuchtviehexport zu festigen. Unsere ganze Kraft gilt daher der Bündelung aller Anstrengungen im gesamten Sektor sowie der Aufrechterhaltung von Organisationen vor Ort, um den engen Kontakt zu den Rinderhaltern weiter zu intensivieren. Die ZAR hat offensiv und konstruktiv aufgezeigt, worum es in Zukunft geht und welche Verantwortung die Politik bei der Schaffung unverzichtbarer Rahmenbedingungen trägt. Es ist längst politischer Konsens, dass die Rinderwirtschaft für die Erhaltung der Grünland- und Berggebiete unverzichtbar ist. Geht die Kuh, bleibt auch der Gast aus, was in einem Land mit jährlich 120 Mio. Gästenächtigungen, davon ¾ in benachteiligten Regionen, eine unverantwortliche Perspektive darstellen würde. Wir müssen auch die strategische Partnerschaft mit den Konsumenten nützen und auf die hohe Wertschätzung für die bäuerliche Arbeit bauen. Europaweit glauben 86 Prozent daran, dass die Landwirtschaft dazu beiträgt, Lebensqualität und Umwelt zu erhalten. In Österreich ist dieser Wert sogar noch höher. Dies ist auch ein klarer Auftrag für die Politik.


Aktualisiert am: 30.08.2012 14:17
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