ZAR: Wichtige Entscheidungen in der europäischen Agrarpolitik

Die Verhandlungen über den „Gesundheitscheck“ der europäischen Agrarpolitik sind in der Endphase. Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) nahm die aktuellen Verhandlungen als Anlass, auf die strukturellen Herausforderungen der Milchbauern und Milchverarbeitungsbetriebe in Österreich im Speziellen aufmerksam zu machen.
Vertreter aus Politik, Ministerien und Interessensvertretung sowie zahlreiche Journalisten folgten der Einladung der ZAR und des Verbands
ZAR Obmann Wagner: "Die Verhandlungen über den Gesundheitscheck sind für die österreichische Milchwirtschaft von enormer Bedeutung."
ZAR Obmann Wagner: "Die Verhandlungen über den Gesundheitscheck sind für die österreichische Milchwirtschaft von enormer Bedeutung."
der österreichischen Agrarjournalisten (VAÖ) zu einem „Lokalaugenschein“ in die Molkerei Berglandmilch in Aschbach, NÖ, sowie zum Rinderzuchtbetrieb von Anton Wagneram Sonntagberg, NÖ.

Österreich mit Wettbewerbsnachteilen am europäischen Agrarmarkt

„Der österreichische Agrarmarkt ist im internationalen Vergleich sehr klein strukturiert. Die europäische Agrarstrukturerhebung, die erstmals im Jahr 2005 in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten durchgeführt wurde, belegt eindeutig jene Wettbewerbsnachteile, die Österreich aufgrund der kleinen landwirtschaftlichen Strukturen am europäischen Agrarmarkt zukünftig zu bewältigen hat“, gibt ZAR-Obmann Anton Wagnerzu bedenken. Österreich liegt mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 19 Hektar zwar über dem EU-Schnitt von 12 Hektar, allerdings deutlich hinter den Nachbarländern Slowakei mit 27, Deutschland mit 44 bzw. Tschechien mit 84 Hektar. Bei den Rinderbeständen pro Betrieb liegt Österreich mit 24 Stück sogar unter dem Europäischen Schnitt von 25 Rindern pro Betrieb.

Österreichische Zuchttiere im Ausland gefragt

Im ersten Halbjahr 2008 über 11.000 exportierte Zuchtrinder. Neben der Milch- und der Fleischproduktion ist der Zuchtrinderverkauf ein drittes wichtiges Standbein für die Führung eines wirtschaftlichen Rinderzuchtbetriebes. Am österreichischen Zuchtrindermarkt übersteigt die derzeitige Nachfrage das Angebot. „Unsere Zuchttiere, die am Inlandsmarkt nicht abgesetzt werden können, finden genügend Abnehmer im Ausland“, berichtet Mag. Franz Sturmlechner, GF der ZAR. „Die Blauzungenkrankheit stellt aktuell eine große Herausforderung für den Zuchtrinder-export dar. Hier gilt es, die Veterinärabkommen mit unseren Exportländern zu überarbeiten“, so Sturmlechner. Sturmlechner erklärte auch, dass der erste Fall der Blauzungenkrankheit die größte Herausforderung der nächsten Monate für die österreichische Rinderzucht sein wird.

ZAR als Drehscheibe für innovative Projekte

Die ZAR ist ständig bemüht, das Engagement im Bereich der Forschung sowie der Weiterentwicklung der österreichischen Rinderzucht zu intensivieren. Dabei dient die ZAR als Drehscheibe, Koordinator und Initiator diverser Forschungs- aber auch Bildungsprojekte mit dem Ziel, dem Züchter die Möglichkeit der Nutzung aktueller wissenschaftlicher Entwicklungen zu ermöglichen. Im Rahmen der Ländlichen Entwicklung 07/13 wurden die Bildungsprojekte für die österreichische Rinderzucht ins Leben gerufen.

Die neuen Projekte:

  • Jungzüchterprofi
  • Bildungsprojekt Rinderzucht
  • Bildungsprojekt LKV-Herdenmanagement mit Gesundheitsmonitoring



Aktualisiert am: 13.11.2008 17:09
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