ZAR: Steigende Kosten reduzieren Einkommen der Milchviehbetriebe

Spezialisierte Milchviehbetriebe mussten 2012 laut Auswertungen des Grünen Berichts einen Einkommensrückgang von 10% gegenüber dem Vorjahr verkraften. Dieser Rückgang sei in erster Linie auf die gestiegenen Produktionskosten zurückzuführen.
ZAR-Obmann Wagner: „Investitionsförderung stärkt Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der Rinderwirtschaft.“
ZAR-Obmann Wagner: „Investitionsförderung stärkt Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der Rinderwirtschaft.“
"Aus den Ergebnissen des Grünen Berichts 2013 geht hervor, dass die Milchbauern keine Einkommenskaiser sind. Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft betrugen dem Bericht zufolge 28.025 Euro je Betrieb. Allerdings mussten die spezialisierten Milchviehbetriebe 2012 bei einem Durchschnittsbestand von rund 17 Kühen und einer durchschnittlichen Milchleistung von 6.635 kg einen Einkommensrückgang um 10% gegenüber 2011 verkraften. In Betrieben mit spezialisierter Rinderaufzucht und in der Mast lagen die Einkünfte mit 14.962 Euro je Betrieb sogar um 45% unter dem Durchschnitt aller Betriebe ", teilt Anton Wagner, Obmann der Rinderzucht Austria (ZAR), mit. Hauptverantwortlich dafür seien "die enorm gestiegenen Produktionskosten, die vor allem das Betriebsergebnis der Veredelungsbetriebe sehr stark belasten ", so Wagner. Die Rinderhaltung und Milchproduktion ist laut ZAR ein wichtiger Produktionszweig innerhalb der heimischen Landwirtschaft. Von 68.000 Betrieben werden 1,955.600 Rinder betreut, zwei Drittel davon in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und in der Steiermark. Rund 523.000 Milchkühe sind für die Einkommen der bäuerlichen Familien in den Berg- und Grünlandbetrieben von großer Bedeutung. Wagner verweist im Zusammenhang mit der immer wiederkehrenden politischen Diskussion über die Fördergelder für die Landwirtschaft darauf, dass im neuen Grünen Bericht klar nachgewiesen werde, dass bäuerliche Betriebe mit ihren Investitionen auch Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft sichern. Von den Gesamtausgaben der Betriebe im Jahre 2012 von mehr als 8 Mrd. Euro entfielen 55% auf die Wirtschaftszweige Industrie und das produzierende Gewerbe, beispielsweise auf den Kauf von Maschinen sowie auf bauliche Investitionen.

Exporte für Zuchtbetriebe wichtig
Wagner dankt dem Lebensministerium für die Ausarbeitung des Grünen Berichts als wichtigste Informationsquelle über die Land- und Forstwirtschaft und vor allem jenen freiwilligen Buchführern, die eine Auswertung über die wirtschaftliche Situation spezialisierter Milchviehbetriebe ermöglichten. Der Obmann begrüßt auch das von Bundesminister Nikolaus Berlakovich angekündigte Investitionsprogramm von 100 Mio. Euro "Damit werden wichtige Fördergelder bereitgestellt und die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit in der Rinder- und Milchwirtschaft gestärkt", so Wagner. "Die Investitionen in die Vermarktungszentren der Zuchtverbände haben sich aus heutiger Sicht als richtige Entscheidung erwiesen. Nun gilt es, den Fokus auf gültige Veterinärzertifikate für die reibungslose Vermarktung unserer Zuchtrinder ins Ausland zu legen. Hier werden zurzeit intensive Gespräche mit dem Gesundheitsministerium geführt. Für die ZAR sind die Nutzung der Marktchancen für Milchprodukte und der Export hochwertigen Zuchtviehs für die Zukunftsfähigkeit unserer Zuchtbetriebe entscheidend ", so der Obmann. AIZ

Aktualisiert am: 16.09.2013 12:31
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