ZAR-Generalversammlung in Salzburg – Politik hat Verantwortung

Im Rahmen der Generalversammlung der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) in Kleßheim bei Salzburg bestätigten die Mitglieder ihren seit 2005 amtierenden Obmann, Anton Wagner, sowie den gesamten bisherigen Vorstand.
Der neu gewählte ZAR-Vorstand (vlnr.): Dipl.-Ing. Erwin Brunner (Tierzuchtdirektor Kärnten), Mag. Franz Sturmlechner (ZAR-Geschäftsführer), Ök.-Rat Anton Wagner (ZAR-Obmann), Hermann Gruber (Obmann Holstein Austria), Dipl.-Ing. Rudolf Hußl (Tierzuchtdirektor Tirol), Josef Mair (Obmann LfL-OÖ, Johann Hosner (Obmann FIH), Ök.-Rat Willibald Rechberger (Obmann Fleckvieh Austria) (Foto: Kalcher/ZAR)
Der neu gewählte ZAR-Vorstand (vlnr.): Dipl.-Ing. Erwin Brunner (Tierzuchtdirektor Kärnten), Mag. Franz Sturmlechner (ZAR-Geschäftsführer), Ök.-Rat Anton Wagner (ZAR-Obmann), Hermann Gruber (Obmann Holstein Austria), Dipl.-Ing. Rudolf Hußl (Tierzuchtdirektor Tirol), Josef Mair (Obmann LfL-OÖ, Johann Hosner (Obmann FIH), Ök.-Rat Willibald Rechberger (Obmann Fleckvieh Austria) (Foto: Kalcher/ZAR)
„Die Rinderzucht als unerlässlicher Garant für die flächendeckende Bewirtschaftung des Grünlands in den Gunstlagen und in den Berggebieten braucht verlässliche Rahmenbedingungen zur Sicherung der bäuerlichen Strukturen. Die Abnahme des Rinderbestands und der jährliche Rückgang von 5.000 Hektar Grünland ist ein agrarpolitisches Alarmzeichen“, betonte Ök.-Rat Anton Wagner. Er wurde am 14. April im Rahmen der Generalversammlung der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) in Kleßheim bei Salzburg einstimmig wieder zum Obmann gewählt. Die Züchter bestätigten damit eindrucksvoll die bisherige Arbeit des Vorstandes und setzen in weiterer Folge auf Kontinuität in dieser schwierigen Zeit.

Plattform der Interessensvertretung
Die Zusammenarbeit über Landes- und Verbandsgrenzen hinaus ist ein Gebot der Stunde, darf aber nicht dazu führen, die ZAR, 1954 gegründet und für mehr als 26.000 Rinderzuchtbetriebe Koordinationsstelle und Plattform zur Vertretung der Interessen, finanziell auszuhungern. Die Herdebuchführung, Leistungsprüfung, Zuchtwertschätzung, Bildungsmaßnahmen und die regelmäßige Teilnahme auf In- und ausländischen Messen sowie die Bereitstellung von Publikationen und Informationen für die Mitglieder sind auch in Zukunft unverzichtbare Schwerpunkte der ZAR-Arbeit. Obmann Anton Wagner: „Die Fortführung von Förderprogrammen in der Rinderzucht ist trotz der angespannten Haushaltssituation des Bundes und der Länder absolut notwendig, vor allem die finanzielle Absicherung der Landeskontrollverbände, damit die Qualität, Leistungsfähigkeit und Tiergesundheit von 380.000 Kontrollkühen weiterhin gewährleistet werden kann. Nur eine gemeinsame Dachorganisation sichert außerdem den bäuerlichen Betrieben die leistbare Teilnahme am wissenschaftlichen Fortschritt.“ Die ZAR hat schon bisher alle Synergien genützt, sich den Sparappellen nicht verschlossen und seit 1996 real etwa 62 Prozent Fördergelder eingespart. Die weitere Kürzung der finanziellen Zuwendungen von rund 4,5 Millionen Euro im Jahre 2010 wäre nicht mehr verkraftbar. Darüber bestand in der Generalversammlung Einigkeit.

Weltweit führendes Züchterland
„Die Rinderzüchter erwarten sich in Würdigung ihrer bisherigen Leistungen für die Gesellschaft, dass ihre Anliegen zur Sicherung der betrieblichen Wettbewerbsfähigkeit, Förderung der Tiergesundheit und des Tierschutzes nicht in Frage gestellt werden und auch in Positionspapieren zur GAP 2014 ausreichende Berücksichtigung finden“, formulierte der wiedergewählte ZAR-Vorstand eine klare Botschaft an die Verantwortungsträger der Agrarpolitik. Die im Jahre 2008 gestarteten Bildungsprojekte für ein entsprechendes Zuchtmanagement sind gerade deshalb unvermindert fortzusetzen, um auch künftig auf den nationalen und internationalen Märkten erfolgreich präsent sein zu können. Obmann Anton Wagner: „Die österreichische Rinderzucht ist überdies bereit, nicht nur einen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft, sondern auch zum Klimaschutz zu leisten und unterstützt einschlägige Forschungsvorhaben. Die ZAR wird mit Elan und unmissverständlichen Forderungen ihre Arbeit fortsetzen, nicht als Kampfansage an die Politik, wohl aber in der Erkenntnis, dass Qualitätsprodukte der Rinderzucht als Aushängeschild der österreichischen Landwirtschaft nicht auf dem Altar von Sparmaßnahmen am falschen Ort geopfert werden. Österreich ist nämlich weltweit ein führendes Züchterland. Dieser erfolgreichen Weg unserer bäuerlichen Rinderzucht muss mit großer Verantwortung aller weiterhin beschritten werden.“


Aktualisiert am: 16.04.2010 13:16
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