ZAR- Herbstgespräch unter dem Motto "Milchbauern im Überlebenskampf"

Mit dem ZAR- Herbstgespräch dokumentierte die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR), dass ihr neben der fachlichen Grundlagenarbeit auch der Dialog zwischen Züchtern, Verwaltung und Interessenvertretung ein großes Anliegen ist.
"Österreichs Milchbauern im Überlebenskampf"- lautete das Motto beim ZAR- Herbstgespräch am Betrieb Rechberger, zu dem auch Beamte des Lebens- und Gesundheitsministeriums sowie Vertreter der Landwirtschaftskammern und der Zuchtverbände erschienen sind.
"Österreichs Milchbauern im Überlebenskampf"- lautete das Motto beim ZAR- Herbstgespräch am Betrieb Rechberger, zu dem auch Beamte des Lebens- und Gesundheitsministeriums sowie Vertreter der Landwirtschaftskammern und der Zuchtverbände erschienen sind.
Spitzenbeamte des Lebens- und Gesundheitsministeriums sowie Vertreter der Landwirtschaftskammern und der Zuchtverbände trafen einander kürzlich zur Diskussion am Fleckviehzuchtbetrieb der Familie Rechberger in Turnau und zum anschließenden Expertentreff unter dem Motto "Österreichs Milchbauern im Überlebenskampf".

Lokalaugenschein am Rinderzuchtbetrieb
Der Rinderzuchtbetrieb der Familie Rechberger zeigte eindrucksvoll, wie mit einer kostengünstigen Stallbauweise und - zusätzlich zur Milchproduktion - mit weiteren Standbeinen wie Urlaub am Bauernhof, Forstwirtschaft, Rinderzucht und Maschinenring ein wirtschaftliches Überleben im Berggebiet möglich ist. "Vor allem der jahrelange Zusammenhalt der Familie macht es möglich, in dieser schwierigen Zeit in die Zukunft zu blicken. Eine wichtige Einkommensquelle ist auch die Kooperation mit dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Gasthaus Steirereck, dem wohl wichtigsten Impulsgeber in unserer Region", so Willibald Rechberger.

Österreichische Rinderzucht als Motor der Agrarwirtschaft
ZAR-Geschäftsführer Franz Sturmlechner wies in seinem Statement auf die Bedeutung der Rinderzucht innerhalb der österreichischen Agrarwirtschaft hin. "73% der österreichischen Milchkühe werden von insgesamt acht unabhängigen Landeskontrollverbänden geprüft. Rund 85% der in Österreich produzierten Milch werden in Rinderzuchtbetrieben hergestellt. Aufgrund der Unterstützung durch die öffentliche Hand sind noch immer viele Kleinstbetriebe bereit, für die Leistungen der Landeskontrollverbände zu zahlen. Beim Rinderdatenverbund RDV, bei dem Österreich mit der ZuchtData EDV-Dienstleistungen GmbH federführend dabei ist, werden gemeinsam mit Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein insgesamt 65.000 Betriebe mit 1,9 Mio. Tieren betreut. Das Interesse weiterer Länder an einer Teilnahme im RDV ist sehr groß", berichtet Sturmlechner.

Gemeinsame Agrarpolitik im Blickfeld
Sektionsleiterin Edith Klauser vom Agrarressort referierte über die künftige Gemeinsame EU-Agrarpolitik. Die Sorgen der Rinderzüchter seien ihr bekannt, eine Lösung wäre jedoch meist nur im europäischen Kontext möglich, betonte sie unter Hinweis auf den jüngsten Agrarministerrat, bei dem die Milchmarktpolitik im Mittelpunkt stand. Alleingänge Österreichs wären hier nur wenig zielführend.

Veterinärstatus auf hohem Niveau
Bezüglich der österreichischen und europäischen Gesundheitsstrategie nahm der Chefveterinär des Gesundheitsressorts, Ulrich Herzog, Stellung. Die Strategie soll bis spätestens 2013 finalisiert werden. Herzog hob dabei den international sehr hoch geschätzten österreichischen Veterinärstandard hervor. "Im kommenden Jahr feiern wir 100 Jahre Tierseuchengesetz. Das gibt auch Anlass dazu, dieses Gesetz in seinen Grundlagen zu überarbeiten. Österreich ist in den Bereichen Bovine Virusdiarrhoe (BVD), Paratuberkulose und Tuberkulose statusmäßig international führend", so Herzog.

Milchquote - ein Regulativ mit Sinn
Kärntens Kammerpräsident Walfried Wutscher erläuterte die Erwartungen der österreichischen Landwirtschaft zur GAP nach 2013 sowie den dringenden Handlungsbedarf. "Ohne regulierende Maßnahmen wird es besonders in der Landwirtschaft auch am freien Markt nicht gehen", so Wutscher in Anspielung an die aktuelle Diskussion zur Milchquote. ZAR-Obmann Anton Wagner bedankte sich abschließend für die konstruktiven Stellungnahmen vonseiten der Teilnehmer. (AIZ)


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Aktualisiert am: 10.09.2009 23:54
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