Wo liegen die Zukunftspotentiale in der Landwirtschaft?

Neben allen Schwierigkeiten die es gibt, hat die Landwirtschaft auch große neue Potentiale im Bereich Alternativer Energie, ländlicher Entwicklung und qualitativer hochwertiger Lebensmittel.
„Auch Kleinere und mittlere landwirtschaftliche Betriebe müssen ihren Platz finden und haben können.“
„Auch Kleinere und mittlere landwirtschaftliche Betriebe müssen ihren Platz finden und haben können.“
Wir bauen auf eine GAP (Gemeinsame Agrarpolitik), die den Bauern wieder zum eigenverantwortlich wirtschaftenden Unternehmer macht, der selbst beurteilt, was der Markt braucht und danach entscheidet, was, wann und wie angebaut wird. Anstatt ihre Produktion nach den Fördermöglichkeiten zu optimieren, erhalten die Bauern jetzt die Betriebsprämie, die ihnen mehr Sicherheit für eine langfristigere Planung gibt. Diese legt den Landwirten zwar einige Verpflichtungen, beispielsweise in Hinsicht auf umweltfreundliches Landmanagement sowie die Einhaltung von Umweltschutz- und Tierhaltungsstandards bei der Produktion auf, bringt aber auch neue Freiheiten.

Auch wird dadurch ein System geschaffen, in dem Platz für alle bäuerlichen Betriebe ist. Vor allem auch für die kleinen und mittleren Betriebe, die das Rückgrat der Europäischen Landwirtschaft sind. Und darauf lege ich wert, denn die „zweiten Säule” der GAP, die ländliche Entwicklungspolitik bleibt eine Priorität.

Ein Bauernhof ist ein Wirtschaftsbetrieb, und als solcher muss er effizient arbeiten. Nach dem derzeitigen reformierten EU-Modell aber geht seine Aufgabe weit über die Erzeugung von Lebensmitteln hinaus: Der Bauernhof ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft und unserer Umwelt. In diesem Modell haben Familienbetriebe und Tätigkeiten, die bisher nicht am Markt entlohnt werden, ihren herausgehobenen Platz.

Autorin: EU-Kommissarin Mariann FISCHER-BOEL


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Aktualisiert am: 22.06.2006 17:43

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