Wlodkowski: Milchbauern brauchen konkrete Taten statt Medienspektakel

Der Präsident der LK- Österreich, Gerhard Wlodkowski, wird bei den anlaufenden Verhandlungen in Brüssel die Standpunkte der österreichischen Landwirtschaft vertreten. Dazu gehören u.a. dass die EU den Absatz fördern muss und Milchpulver zur Kälberfütterung eingesetzt werden soll.
Absatzförderung und Milchpulver zur Kälberfütterung - das sind die wesentlichen Forderungen, die Gerhard Wlodkowski in Brüssel stellen will.
Absatzförderung und Milchpulver zur Kälberfütterung - das sind die wesentlichen Forderungen, die Gerhard Wlodkowski in Brüssel stellen will.
"Beinharte Verhandlungen von Ministerium und Landwirtschaftskammer mit den verantwortlichen Stellen in der EU sind zwar nicht so spektakulär wie immer wiederkehrende Medienspektakel, doch bringen sie unseren Milchbauern reale Ergebnisse und erzeugen keine unerfüllbaren Wunschträume. Daher werden wir auch in Zukunft den Weg der Nachhaltigkeit gehen und nicht nachgeben, bis die Situation für Österreichs Milchbauern verbessert wird", betonte der Präsident der LK Österreich, Gerhard Wlodkowski. "Derzeit gilt es, Brüssel klarzumachen, dass es sich um eine tiefe, lange und prekäre Situation am europäischen Milchmarkt und nicht nur um eine kurzzeitige Marktdelle handelt. Daher ist nach den gesetzten Entlastungsmaßnahmen eine Reihe weiterer Schritte notwendig: Spürbare Absatzförderung, klare Kennzeichnung, um "Schummelprodukte" kenntlich zu machen und klare Regeln zur Mengensteuerung auch für die Zeit nach 2013. Doch solche Erfolge lassen sich nur am Verhandlungstisch, nicht jedoch auf der Straße erreichen", versprach Wlodkowski glasklare Standpunkte der Interessenvertretung bei den nun anlaufenden Verhandlungen in Brüssel.

Absatz - auch mittels Kälberfütterung - intensiv fördern
"Die LK Österreich hat Absatz- fördernde Maßnahmen gefordert, damit die Übermengen konsumiert und nicht nur eingelagert werden. Denn diese Mengen an Butter und Magermilchpulver dauerhaft einzulagern ist zu wenig, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, weil ja irgendwann die Lager wieder geräumt werden müssen", stellte Wlodkowski fest und verlangte: "Als eine der nächsten, nahe liegenden, wirksamen Maßnahmen bietet sich die Wiedereinsetzung der Absatzbeihilfe für Magermilchpulver in der Kälberfütterung an. Dieses Instrument ist in der EU-Milchmarktordnung nach wie vor vorgesehen, aber derzeit inaktiviert und würde unmittelbar wirken." Darüber hinaus könne es nicht so weitergehen, dass auf der einen Seite Milch und entsprechende Produkte durch Pflanzenfette ersetzt und die Konsumenten beispielsweise mit Analogkäse getäuscht würden, auf der anderen Seite aber die Milchbauern Absatzmärkte für ihren hochwertigen Rohstoff verlören, ergänzte der LK-Präsident. Wlodkowski wörtlich: "Hier verlangt die LK Österreich verbesserte Kennzeichnungsvorschriften auf EU-Ebene."

Agrarpolitik nach 2013: Mengensteuerung
"Die jetzige unerfreuliche und für viele Milchbauern existenziell bedrohliche Situation am Milchmarkt zeigt, dass es auch nach 2013 nicht ohne Mengen steuernde Maßnahmen, wie Intervention, Abschöpfung und Exportförderung, gehen wird. Wir werden das daher für die EU-Regeln, die von 2014 bis 2020 Gültigkeit haben sollen, einfordern. Wichtig für uns ist, dass die Milchproduktion einen Förderschwerpunkt darstellt, um der neuen Herausforderung, die das Ende der Quotenregelung mit sich bringt, aktiv zu begegnen", so Wlodkowski weiter.

EU-weite Lieferrücknahme als Ziel
"Die derzeitige Überproduktion bei Milch ist nur durch eine EU-weite Rücknahme der Liefermengen möglich. Die Europäische Kommission ist dringend aufgefordert, umgehend geeignete Modelle dafür zu entwickeln, damit alle EU-Mitgliedstaaten aktiv an der Reduktion der Milchanlieferung mitarbeiten können. Die LK Österreich wird dieses Vorhaben auch in den EU-Bauernverband COPA einbringen und dort mögliche Lösungen diskutieren", kündigte Wlodkowski an. (AIZ)



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Aktualisiert am: 04.09.2009 08:44
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