Wlodkowski: Konjunkturpaket auch für Landwirtschaft öffnen

Tausende neue Arbeitsplätze durch Bioenergie und regionale Nahrungsmittel.
"Wir wollen einen noch stärkeren Schulterschluss zwischen Bauern, Verarbeitung, Handel und Konsumenten", so Wlodkowski.
"Wir wollen einen noch stärkeren Schulterschluss zwischen Bauern, Verarbeitung, Handel und Konsumenten", so Wlodkowski.
"80.000 neue Arbeitsplätze bringt eine verstärkte Konzentration auf Ökoenergie und nachwachsende Rohstoffe, weitere 20.000 neue Arbeitsplätze entstehen durch vermehrten Konsumpatriotismus beim Lebensmitteleinkauf. Unsere Bauern können wirksame Rezepte gegen die Krise anbieten. Daher verlangen wir, dass die Landwirtschaft beim Konjunkturpaket mit an Bord ist. Denn diese Investitionen rechnen sich mehrfach: Sie schaffen tausende neue und sichern 500.000 bestehende Arbeitplätze, bringen Schwung in die Wirtschaft, beleben die ländlichen Regionen, reduzieren die Negativfolgen des Klimawandels, machen enorme Summen für sinnvolle Inlands-Investitionen frei, wenn das Geld nicht mehr für Erdöl in die Welt-Krisenregionen abfließt, sie sichern der heimischen Umwelttechnologie und -Forschung weltweiten Vorsprung und somit lukrative Aufträge und geben auch den Bauern neue Chancen. Da ist es angesichts der 2009 schwieriger werdenden Situation nur recht und billig, dass auch die Landwirtschaft ihren Anteil am Konjunkturpaket erhält", verlangt Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, anlässlich des Jahreswechsels.

EU-Agrarbudget nicht ausräumen
In diesem Zusammenhang warnt Wlodkowski vor Bestrebungen, nun das EU-Agrarbudget für das Stopfen von Budgetlöchern zu verwenden. "Schon hört man erste Stimmen, die meinen, man könne doch das für die Krisenbewältigung benötigte Geld ganz einfach von der Landwirtschaft holen. Doch dieser Plan ist nur wegen der Tatsache, dass weniger als 1% der Steuerausgaben für die Landwirtschaft verwendet werden, kurzsichtig: Denn setzt man den 14 Mio. europäischen Bauern die finanziellen Daumenschrauben an, dann wandern sie in den bereits überfüllten Arbeitsmarkt ab. Weniger Bauern können außerdem immer weniger Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Bereich sichern. Und schließlich gerät für die Konsumenten mit dem Verlust der Ernährungs-Souveränität auch die Ernährungs-Sicherheit in Gefahr. Dabei kann die Landwirtschaft gerade in der Krise neue Arbeit schaffen: erneuerbare Energie, Rohstoffe aus Biomasse und regionale Nahrungsmittel heißen die Arbeitsplatzgeneratoren", so Wlodkowski.

Appell an Konsumpatriotismus
"Wir wollen einen noch stärkeren Schulterschluss zwischen Bauern, Verarbeitung, Handel und Konsumenten. Die Landwirtschaft erbringt ihren Anteil dazu in Form hochqualitativer und streng kontrollierter Lebensmittel. Damit der Konsument in seinem Vertrauen jedoch nicht enttäuscht wird, sprechen wir uns für klare, nachvollziehbare und kontrollierte Herkunfts- und Kennzeichnungsregeln aus, wie sie beim AMA-Gütesiegel seit Jahren selbstverständlich sind. Diese Vorschriften sollten für Verarbeitungsprodukte ebenso gelten, wie für die Gastronomie. Darüber hinaus richten wir unseren Appell an die Konsumenten, verstärkt zu sicheren Lebensmitteln aus der Region zu greifen. Denn dadurch sichern und schaffen sie zusätzliche Arbeitsplätze, helfen dem Klima und beleben die Regionen", unterstrich Wlodkowski.


Aktualisiert am: 08.01.2009 14:23
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