Wlodkowski: Heimische Ferkelhalter in ihrer Existenz bedroht.

Heimische Ferkelhalter drohen Opfer der Kostenschere zu werden.
„Die heimischen Ferkelhalter sind in ärgster Bedrängnis, sie drohen Opfer der Kostenschere in der Landwirtschaft zu werden. Denn die Erlöse aus dem Verkauf der Ferkel sind stark zurückgegangen, während gleichzeitig die Kosten der Ferkelhaltung exorbitant gestiegen sind“, sagt Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski. Er rechnet vor: „Um 60 Prozent sind in Summe die Einnahmen der Ferkelhalter im ersten Halbjahr 2008 im Vergleich zum Schnitt der Jahre 2006 und 2007 eingebrochen. Pro verkauftes Ferkel (31 Kilo) zahlt der Bauer derzeit 20 Euro dazu. Ein Hof mit 50 Zuchtsauen erwirtschaftete allein im ersten Halbjahr 2008 ein Minus von 17.500 Euro. Die Ferkelhaltung ist somit hoch defizitär. Viele Betriebe in der Steiermark sind in ihrer Existenz gefährdet“. Konkret ist das kräftige Minus auf den europaweiten Preisverfall bei den Ferkelpreisen (-8 %), auf die dramatisch gestiegenen Futterkosten (+38%) sowie auf die wegen teuren Energie massiv gestiegenen Stallplatzkosten (+30%) zurückzuführen.

Misere ist nicht hausgemacht. Die Misere in der Ferkelhaltung ist nicht hausgemacht, sondern international induziert. In Europa tobt ein Preiskampf auf dem Ferkelmarkt. Vor allem Großbetriebe in Dänemark und Deutschland haben in den vergangenen Jahren die Ferkelhaltung massiv ausgedehnt. Allein Deutschland, insbesondere Ostdeutschland, hat zwischen 2006 und 2007 die Produktion um zehn Prozent erhöht, von 5,3 Millionen Ferkeln auf 5,8 Millionen. Diese starke Überproduktion in den großen „Schweineländern“ Europas drückt hierzulande stark auf die Ferkelpreise. Die Folge: Ein dramatischer Preisverfall bei den Ferkelpreisen.



Wlodkowski kämpft für diese Ferkel-Sparte. Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski kämpft dafür, dass diese wichtige Sparte in der Steiermark erhalten bleibt. Ebenso hofft er – ähnlich wie bei den Mastschweinen – auf eine Erholung des Marktes. Weiters rät er den heimischen Ferkelhaltern die Beratungsleistungen der Landwirtschaftskammer in Anspruch zu nehmen, um alle Rationalisierungseffekte auf den Höfen auszuschöpfen.









Schweinemast: Licht am Horizont. Nach einer Durststrecke von rund 1,5 Jahren gibt es erfreulicherweise für die heimischen Schweinemäster wieder Licht am Horizont. „Seit kurzem steigen die Preise für Mastschweine wieder. Die von der EU ergriffenen Maßnahmen wie Lagerhaltung und Export in Drittstaaten gemeinsam mit einer europaweiten Reduktion der Schweinebestände aufgrund der Schweinekrise haben gewirkt“, sagt Wlodkowski. Dennoch haben die heimischen Schweinemäster zu kämpfen, so der Kammerpräsident. Für sie sind die Futterkosten seit dem Jahr 2006 um 75 Prozent gestiegen, gleichzeitig schlagen sich für die Mäster die niedrigen Ferkelkosten nicht so stark zu Buche. „Aufgrund der hohen Futterkosten und weil teilweise das eigene Futter ausgegangen ist, stellen die Mäster keine Ferkel mehr ein“, erklärt Martin Höfler, Vorsitzender des Ferkelausschusses in der Schweinevermarktungs-Gemeinschaft Styriabrid. Er appelliert daher an die Mäster wieder heimische Ferkel einzustallen, um die Ferkelbranche nicht zu ruinieren.


Aktualisiert am: 21.07.2008 18:39
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