Wirtschaftskrise führt in Energiekrise

Internationale Energieagentur warnt vor den Folgen der Finanzkrise für die Energieversorgung
Jetzt ist die richtige Zeit, um verstärkt in heimische Energieträger zu investieren.
Jetzt ist die richtige Zeit, um verstärkt in heimische Energieträger zu investieren.
Wenig Erfreuliches gab die Internationale Energieagentur (IEA) während des G8-Gipfels in Rom bekannt: Im Jahr 2009 werden die Investitionen in Öl- und Gasförderung durch die Förderländer gegenüber 2008 um 21 % und damit um 100 Milliarden Dollar sinken. So wurden seit Oktober 2008 bis Ende April 2009 laut IEA mehr als 55 geplante Projekte abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Diese Projekte umfassen eine zusätzliche Förderquote von etwa fünf Millionen Barrel Öl pro Tag und mehr als vier Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Tag. In der derzeitigen Wirtschaftskrise kein großes Problem, aber bei steigender Nachfrage wird eine wachsende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage entstehen.

Fatale Folgen
Förderländer und Konzerne erhalten durch die Finanzkrise nur erschwert oder wenig Zugang zu frischem Kapital. Die derzeit niedrigen Ölpreise führen zu geringeren Gewinnen als etwa im Rekordjahr 2008, was sich direkt auf die Investitionstätigkeit der Förderländer auswirkt. Die gesunkene Nachfrage nach Öl und Gas in den Industriestaaten hält die Preise (noch) niedrig. Erste Analysen zeigen jedoch, dass mit einem erneuten Preisschock in naher Zukunft zu rechnen sein wird. Daher wäre in Zeiten niedriger Energiepreise der richtige Zeitpunkt in erneuerbare Energien und Versorgungssicherheit zu investieren. Dies gilt sowohl für Haushalte als auch Betriebe. Jetzt gespartes Geld lässt sich sinnvoll und nachhaltig in den Umbau der Wärmeversorgung hin zu erneuerbaren Energiequellen investieren.

Staatliche Anreize bisher unterdotiert
Eines stellt die IEA jedoch ebenfalls eindeutig fest: Die Entwicklung erneuerbarer Energien und die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen und damit Investitionen in die Versorgungssicherheit sind in höchstem Maße von den Anreizen der einzelnen Staaten abhängig. Denn auch die Investitionstätigkeit für Projekte mit erneuerbaren Energien ist von der Wirtschaftskrise betroffen. So schätzt die IEA einen weltweiten Rückgang der Investitionen in diesem Feld von mehr als 35 %. Dieser Rückgang kann nur durch geeignete Rahmenbedingungen aufgehalten werden, die Investments in erneuerbare Energien interessant gestalten.

In Österreich stellt sich die Situation wie folgt dar: Geeignete Rahmenbedingungen auf dem Stromsektor haben wir derzeit keine, das Ökostromgesetz liegt in Brüssel zur Genehmigung. Die Sanierungsoffensive des Bundes geht in die richtige Richtung, aber ist mit 100 Millionen Euro unterdotiert. Jetzt gilt es, die Zeit zu nutzen, um substanzielle Erfolge bei der Entwicklung erneuerbarer Energien zu erzielen.

IEA-Bericht zum Einfluss der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die weltweite Energie-Investitionstätigkeit unter: http://www.iea.org/G8/index.asp


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Aktualisiert am: 10.06.2009 10:44

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