Wirtschaftskrise - Was nun?

Bei der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung des Club Niederösterreich gelangt Dr. Claus Raidl, Böhler-Uddeholm Chef, beim Thema Wirtschaftskrise Schluss, dass die Auflösung der ÖIAG eine denkbare Einsparungsmöglichkeit bietet.
Die starke Erhöhung der Geldmenge und die niedrigen Zinsen in den
Laut Raidl werden die Auswirkungen der Wirtschaftskrise noch weit über 2010 hinaus zu spüren sein.
Laut Raidl werden die Auswirkungen der Wirtschaftskrise noch weit über 2010 hinaus zu spüren sein.
vergangenen 10 Jahren und die ideologisierte Deregulierung im Finanzbereich haben zu einer weltweiten Wirtschaftskrise geführt, deren Auswirkungen noch weit über 2010 hinaus zu spüren sein werden.

Nachwirkungen der Wirtschaftskrise
Die Exporte und die Investitionen schrumpfen, die Arbeitslosenzahlen steigen und der private Konsum stagniert oder sinkt. Besser schaut die Situation noch im Tourismus und im Handel aus. Zu befürchten ist jedoch, dass es keine schnelle Erholung geben wird, weil in vielen Bereichen Überkapazitäten vorhanden sind. Auch 2010 wird sich der negative Trend nicht umkehren. Die beiden größten Probleme sind die Arbeitslosigkeit und die Versorgung der Wirtschaft mit Liquidität.

Arbeitnehmer werden zur Kasse gebeten
Um der Krise entgegenzuwirken, kann es nicht sein, dass die Gewinne privatisiert werden, die Verluste hingegen von allen getragen werden müssen. Es wird noch zu diskutieren sein, wie viel Einfluss des Staates in das Wirtschaftsgeschehen wir haben wollen. Derzeit besteht die Gefahr, dass Arbeitnehmer zwei Mal zur Kasse gebeten werden. Auf internationaler Ebene ist eine Regulierung der Finanzinstitutionen und der Finanzprodukte unumgänglich. Raidl befürchtet jedoch, dass es in der EU zu keiner Einigung kommen wird.

Defizite ausgleichen
National stellt sich vor allem die Frage, wie die in der Krise angehäuften Defizite ausgeglichen werden sollen und wie die daraus entstehenden Lasten verteilt werden. Fällt das Wachstum höher aus als die Zinsen, wäre es am besten. Auch eine hohe Inflation würde helfen, wäre allerdings nicht wünschenswert. Ein Ausgleich des Defizits alleine durch Sparen ist eine Illusion, da in vielen Bereichen ein relativ geringes Einsparungspotenzial (Arbeitslosenleistungen, Pflege etc.) besteht. Bleibt also vorwiegend der einnahmenseitige Ausgleich. Und gerade hier ist die Verteilungsfrage relevant.


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Aktualisiert am: 20.07.2009 10:12
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