Wirtschaftsdünger im Biolandbau

Bei den Begründern des Biolandbaus, bei Hans und Maria Müller, Hans Peter Rusch, aber auch bei Rudolf Steiner, war die Frage der Wirtschaftsdüngerbehandlung und –anwendung die entscheidende der Bewirtschaftungsmethode. Ihr wurde nicht nur der Ertrag, sondern in besonderem Maße auch die Gesundheit von Boden, Pflanze und Tier zugeschrieben.
Das Düngermanagement hat großen Einfluss auf die Qualität und die Leistungsfähigkeit des Bestandes und in weiterer Folge auch der tierischen Leistungen.
Das Düngermanagement hat großen Einfluss auf die Qualität und die Leistungsfähigkeit des Bestandes und in weiterer Folge auch der tierischen Leistungen.
In der herkömmlichen Lehre des Düngens, in Theorie und Praxis, ist die Zielrichtung vorwiegend auf die direkte Pflanzenernährung, auf Massenwachstum und Ertrag gelenkt. Im Biolandbau muss der Begriff aber deutlich weiter gefasst werden.
Dem Ansatz der Nährstoffdüngung im Liebig´schen Düngungsverständnis werden wesentliche Elemente hinzugefügt:
· Der Dünger ist ein Glied in der Kette des organischen Betriebskreislaufs.
· Der Wirtschaftsdünger dient dem Humusaufbau und der Verlebendigung des Bodens, somit der Bildung einer echten, stabilen Gare. Dünger ist mehr Bodenfutter als Pflanzenfutter.
Die Pflanze erhält die Nährstoffe in Form von Ab- und Umbauprodukten aus den Wirtschaftsdüngern durch die Bodenlebewesen.

Festmist: Maßnahmen gegen die Verdichtung
· Das Mistlager darf nicht im eigenen Saft liegen, auf gute Drainage und Abfluss in die Grube ist zu achten.
· Gut mit Einstreu durchsetzter und strukturreicher Mist hält durch sein Luftdepot aerobe Zustände über längere Zeit auch ohne maschinelle Umlagerungen (ca. 3kg/GVE/Tag und mehr).
· Druck- und Maulwurfsentmistungen haben den Nachteil, den Mist auszupressen und entlüftet aufzuschichten. Diesem leider häufig anzutreffenden Umstand kann mit großzügiger Streubeigabe und wöchentlichem Umlagern des frisch am Lager angefallenen Mistes begegnet werden, denn:
Stapelmist erfüllt keinesfalls die Anforderungen, die im Biolandbau an Wirtschaftsdünger gestellt werden.

Festmist Feldlagerung
· Neben den gesetzlichen Bestimmungen zur flächenadäquaten Menge, jährlichem Lagerwechsel und Gewässerabstandsbestimmungen ist noch zu beachten, dass das Material mietenförmig abgelagert und abgedeckt wird. Dies schützt den Mist vor Austrocknung und Vernässung gleichermaßen. In niederschlagsreichen Gebieten wird die Verwendung eines Kompostvlieses das Mittel der Wahl sein, an trockeneren Orten kann auch mit Grünschnitt und ähnlichem eine Schutzschicht aufgebracht werden.
· Ganz wesentlich bei der Feldlagerung ist das Ablagern in Längsrichtung zum Gefälle. Eine Feldmiete, die als Staukörper für Oberflächenwasser wirkt, vernässt auch mit der besten Abdeckung.

Schlussbemerkung
Alle diese Maßnahmen, bei Fest- und Flüssigdüngern, zielen zuallererst darauf ab, Böden und Pflanzenwurzeln durch Düngergaben nicht zu schädigen, sie vielmehr zu beleben, wiederaufzubauen, eine gute Garebildung zu unterstützen und dadurch eine gesunde, lebendige Grundlage für die Kulturpflanzen, Wiesen und Weiden zu schaffen.

Autor: Markus DANNER, Bio Austria Salzburg


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Aktualisiert am: 24.04.2008 15:11
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