Wirtschaftliche Jungviehaufzucht

Eine optimale Aufzucht ist die Voraussetzung für gesunde, leistungsbereite sowie langlebige Kühe. Die Deckungsbeiträge in der Jungviehaufzucht sind gut und für so manchen Betrieb kann dieser Betriebszweig in Zukunft eine gute Option sein.
Die Aufzucht der Kälber bzw. Kalbinnen stellt neben den Kraftfutterkosten den größten Kostenfaktor der Milchproduktion dar.
Die Aufzucht der Kälber bzw. Kalbinnen stellt neben den Kraftfutterkosten den größten Kostenfaktor der Milchproduktion dar.
Dr. Peter Zieger zieht im „Fortschrittlichen Landwirt 19/2011“ folgenden Schluss: „Wer in der Milchwirtschaft kostendeckend produzieren will, muss vor allem seine Kosten kennen. Die Kosten für die Jungviehaufzucht bleiben oft unberücksichtigt, sind meistens aber beträchtlich. Bei mittlerer Aufzuchtintensität und durchschnittlichen Kosten für die Aufzucht amortisiert sich eine Kuh erst ab Mitte der dritten Laktation.“ Auch bei der jährlichen Bundesauswertung der Arbeitskreise Milchproduktion stellt der Aufwand für die Aufzucht der Kälber bzw. Kalbinnen neben den Kraftfutterkosten den größten Kostenfaktor der Milchproduktion dar. Die Durchschnittskosten belaufen sich für die Bestandesergänzung auf rund 500 Euro. Damit belasten sie je nach Milchleistungsniveau jeden Liter Milch mit ca. 6-9 Cent und verursachen somit etwa 30 % der Gesamtkosten.

Euterentwicklung beachten
Die Entwicklung des Euterdrüsengewebes verläuft anders als die des übrigen Körpers. Zwischen der 1. Brunst und dem 3. Trächtigkeitsmonat wächst das Euter wesentlich langsamer als der übrige Körper (Abbildung 2). Eine zu intensive Ernährung zwischen etwa dem 5. Lebensmonat und der 1. Brunst und dann wiederum nach dem 3. Trächtigkeitsmonat – mit Zunahmen über 800 g/Tag – behindert die Entwicklung des Drüsengewebes im Euter, stattdessen wird Fettgewebe angelegt. Eine Literaturauswertung von Dr. Steinwidder zeigt in praktisch allen Versuchen eine Verminderung der Milchleistung um 100 – 500 kg, wenn die Jungtiere zu intensiv aufgezogen wurden.

Autor: Johann Häusler, LFZ Raumberg-Gumpenstein

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 9 von „Der fortschrittliche Landwirt“

Weiters in dieser Ausgabe:


Aktualisiert am: 19.04.2012 14:37
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