Wird „Gentechnik – freies“ Sojaschrot knapp?

Wie Profil Online berichtet, könnte ab 2009 "gentechnik-freies" Sojaschrot knapp werden, da die für uns wichtigsten Exportländer ihren Sojabohnenanbau auf größtenteils auf gentechnisch veränderte Sorten umgestellt haben.
Der wichtigste Eiweißlieferant in der Schweinefütterung ist der Sojaschrot. Dabei kommen 82 Prozent der Welterzeugung aus den USA, Brasilien und Argentinien. Argentinien dominiert die Sojaschrot-Einfuhren mit einem Anteil von 63 %. Diese, für uns wichtigsten Exportländer, haben ihren Sojabohnenanbau größtenteils auf gentechnisch veränderte Sorten umgestellt: Argentinien zu 98 %, Brasilien zu rund 65 Prozent und die USA zu 91 Prozent. Es darf nur jenes gentechnisch veränderte Soja in Europa eingeführt werden, wenn die Sorten auch in Europa zugelassen sind. Daraus könnte sich ein erhebliches Problem entwickeln. Ab 2009 werden in den Hauptanbauländern etliche neue gentechnisch veränderte Soja Sorten angebaut. Für diese besteht eine Nulltoleranz. Das heißt, bereits bei kleinsten Spuren gentechnisch veränderter Bohnen ist eine Einfuhr verboten. Die Folge könnte ein erhöhter Preis für Sojaschrot (+60 %) sein. Die hohen Preise könnten Europas Tierzüchter teilweise nicht mehr bezahlen. Dies würde bedeuten, dass ein zunehmender Teil der tierischen Erzeugnisse für die EU in anderen Ländern produziert werden müsste – mit den bei uns nicht zugelassenen Futtermitteln. Der Selbstversorgungsgrad der EU bei Geflügel- und Schweinefleisch würde sinken und die in Europa hergestellten Tierischen Lebensmittel würden deutlich teurer werden.
Damit es nicht soweit kommt, bringt die EU-Kommissarin für Gesundheit, Androulla Vassiliou im August einen Vorschlag für einen Schwellenwert für Spureneinträge nicht zugelassener gentechnisch veränderter Pflanzen in Futter- und Lebensmittel.


Aktualisiert am: 07.08.2008 10:22
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