Wintertagung 2011: Experten diskutieren Situation der Schweineproduzenten

Steigende Futtermittelpreise werden zur Herausforderung für die Branche.
Im Rahmen der Wintertagung 2011 des Ökosozialen Forums befassten sich am vergangenen Donnerstag beim Schweineproduktionstag in Wels unter Vorsitz von Präsident Franz Fischler zahlreiche Experten, wie etwa Peter Spandau von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und Ernst Zimmerl vom Agrar- und Umweltbüro der ungarischen Botschaft, mit den Chancen und Problemen am Schweinemarkt. Vor allem das Futter bereitet den Schweinehaltern seit Wochen in zweierlei Hinsicht große Sorgen: Einerseits hat der deutsche Dioxin-Skandal die ganze Branche - auch in Österreich - unter Druck gesetzt. Zweitens werden die global steigenden und stark schwankenden Futtermittelpreise als große Herausforderung gesehen, die die Produzenten betriebswirtschaftlich meistern müssen.

Hohe Produktionskosten für Ferkel und Mastschweine

Steigende Getreide- und Sojapreise nützen dem Ackerbauern, belasten aber den Futterverbraucher. Der gemischte Betrieb sieht das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Produktionskosten für ein Mastschwein kommen zur Hälfte (51,3%) aus dem Futter. Ein Zehntel entfällt auf Arbeit und jeweils ein knappes Fünftel auf Gebäude und sonstige Kosten (Ferkel usw.), erläuterte Spandau. Ein Anstieg der Futterkosten um 50% verteuere das Mastschwein um 20%, so der Experte. Reine Mäster mit Ferkelzulieferung versuchten daher, Futterpreis-Schwankungen durch Verschiebung einer weiteren Aufstallung fall- und teilweise an die Ferkelerzeuger weiterzugeben.

Strengere Tierschutzauflagen verteuern die Schweineproduktion in Europa

Ein Produktionskosten-Vergleich mehrerer Länder zeigt die niedrigsten Zahlen für Kanada, Brasilien und USA - hier liegen die Kosten unter EUR 1,- je kg Schlachtgewicht. Um etwa die Hälfte höher sind sie in Europa, wobei die Stallkosten hier wegen strengerer Auflagen zugunsten der Tiere bis zum Dreifachen stärker ins Gewicht fallen als in Amerika. Den Rahmenbedingungen entsprechend, spezialisieren sich Dänemark und Niederlande zunehmend auf Ferkelerzeugung und den Export, Deutschland auf die Schweinemast, Frankreich und Nordamerika auf geschlossene Systeme.

Die Vortragsunterlagen von der Wintertagung 2011 zu den Themen Ackerbau, Geflügelproduktion, Agrarpolitik und Grünland- und Viehwirtschaft finden Sie zum Nachlesen auf der Homepage Ökosoziale Forum oder unter folgendem Link: Vortragsunterlagen Schweinezucht und Schweineerzeugung (Quelle: www.oekosoziale.at)


Aktualisiert am: 21.02.2011 13:33
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