Wintertagung 2007: Neue Antworten auf zukünftige Herausforderungen

Die Grünland- und Viehwirtschaftstage 2007 unter dem Titel „Globalisierung und Urbanisierung – Herausforderung und Konsequenzen“ sind am 15. und 16. Februar über die Bühne gegangen, das Echo hallt nach.
Im ersten Block legten Landwirtschaftsminister DI Josef Pröll und NR Fritz Grillitsch ihre agrarpolitische Sicht auf die Chancen der benachteiligten Regionen im ländlichen Raum dar.

Milchquote - Wie geht es weiter?

Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch befüchtet in seinen Ausführungen die Abschaffung der Milchquote, weil ".... es dann keine Milchwirtschaft im Berggebiet gibt." Gleichzeitig kündigt er eine von Bauernbund initierte Milchtagung noch vor dem Sommer an.
Minister Pröll geht in der Causa Milchquotenregelung im Agrarministerrat mit 82 % der österreichischen Milchbauern konform und plädiert für eine Beibehaltung der Quote. „Wir werden es aber nicht verabsäumen, gemeinsam mit den Milchviehhaltern Alternativen auszuarbeiten, um bei einem etwaigen Ende der Quotenregelung gerüstet zu sein“, gibt Bundesminister Pröll die Richtung seines Ministeriums vor.

Grüner Pakt - ein Allheilmittel

Der Grundtenor der beiden Vorträge lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Mit Grünen Pakt seien die finanziellen Rahmenbedingungen für die ländliche Entwicklung bis 2013 gesichert, Exportoffensiven und das Sensibilisieren der Konsumenten für die hochwertigen Erzeugnisse der heimischen Landwirtschaft schaffen den entsprechenden Absatz.
In der anschließenden Diskussion nahm DI Josef Pröll zu den hohen Pachtpreisen in der Konkurrenz Biogas und Milchviehhaltung Stellung: "Die Pachtpreisentwicklung gestaltet sich im Großen und Ganzen zwischen zwei Betrieben, wird aber durchaus von Rahmenbedingungen beeinflusst. Ähnliches spielt sich bei den Quotenpreisen ab, die sich ebenfalls auf die Interaktionen zweier Betriebe gründen."

Lebensstandard der Bäuerinnen und Bauern sichern

Univ. Doz. Dr. Karl Buchgraber gab mit seinem Konzept eines modernen Landmanagements eine mögliche Antwort auf den globalen Marktdruck. Unter modernem Landmanagement versteht Dr. Buchgraber die gemeinsame Nutzung von Flächen, Vieh, Gebäuden, Geräten und Arbeitskraft sowie deren effizienten Einsatz zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen im ländlichen Raum. Seinen Vortrag schloss der Vorstand des Instituts für Planzenbau und Kulturlandschaft mit einer Frage, der wie uns in Zukunft vemehrt zu stellen haben: "Aller verdienen ein schönes Land. Aber können auch die davon leben, die es erhalten?"

Stolz auf Holz

Der Themenblock "Energieholz - Offensive Holz" rundeten den ersten Vortragstag ab. In der Podiumsdiskussion mit Impulsreferaten zum Thema "Holz offensiv nutzten - Angebot und Nachfrage" zeigten die Diskutanten Hans Resch, Vorsitzender des Forstausschusses der LK Österreich, Dr. Matthias Thaler, Maschinenring Österreich, Paul Lang, Waldverband GesmbH und Hubert Klamler, Waldverband Weiz ihren Willen den Wald und seine Ressourcen gemeinschaftlich zu nutzen und sich in einer offensiveren Nutzung des Waldes zu unterstützen.

Die HBLFA Raumberg - Gumpenstein mit Hauptorganisator Univ. Doz. Dr. Karl Buchgraber und das Ökosoziale Forum vermochten mit dieser bewährten Fachtagung wieder neue Perspektiven und Lösungsansätze für die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft aufzuzeigen.


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Aktualisiert am: 08.03.2007 13:26
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