Wintertagung – erstmals Fachtag für Rinderwirtschaft in Wieselburg

Einen hervorragenden Start legte der Fachtag für Rinderwirtschaft der Wintertagung im Francisco Josephinum in Wieselburg hin, der heuer erstmals organisiert wurde. Trotz Schneechaos war der Festsaal bis auf die letzten Plätze gefüllt.
Am Ende des Vormittagblocks diskutierten Josef Fradler (ARGE Rind), Markus Gahleitner (Österreichische Jungzüchtervereinigung), Leopold Kirner (Bundesanstalt für Agrarwirtschaft), Reeh (Lebensministerium), Franz Sinabell (WIFO) mit den Zuhörern.
Am Ende des Vormittagblocks diskutierten Josef Fradler (ARGE Rind), Markus Gahleitner (Österreichische Jungzüchtervereinigung), Leopold Kirner (Bundesanstalt für Agrarwirtschaft), Reeh (Lebensministerium), Franz Sinabell (WIFO) mit den Zuhörern.
„Das Ziel, Bäuerinnen und Bauern produktionsorientierter Betriebe zu dieser Tagung zu bewegen, ist voll und ganz aufgegangen. Mit den fachlich fundierten Referenten ist es uns in Zusammenarbeit mit dem Ökosozialen Forum und der Österreichischen Rinderbörse gelungen, die Ist-Situation für Milchproduzenten und Rindermäster darzustellen und darauf basierend Perspektiven für die kommenden Jahre zu vermitteln. Vor allem Richtung zukünftigen Wettbewerbs im Rahmen der neuen Finanzperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 wurden interessante Fakten auf den Tisch gelegt“, so ZAR-Obmann Anton Wagner. Niederösterreichs Agrar- und Umweltlandesrat Stephan Pernkopf, der auch neuer Präsident des Ökosozialen Forums ist, betonte in seinem Referat, das von der Bundesregierung beschlossene Sparpaket sei zwar schmerzhaft, aber für die bäuerlichen Familien insgesamt verkraftbar. Der Agrarsektor leiste einen wichtigen Beitrag zur Budgetkonsolidierung, es sei aber gelungen, Klassenkampfparolen entschieden entgegenzutreten. Eine zukunftsorientierte Agrarpolitik müsse die Wertschätzung für die Arbeit der bäuerlichen Familien durch die Gesellschaft in den Vordergrund stellen, einen fairen Anteil an der Wertschöpfungskette für Agrarprodukte sichern und für die Agrarpolitik nach 2014 jene Rahmenbedingungen schaffen, die für die jüngere bäuerliche Generation motivierende Perspektiven zur Weiterführung der Betriebe bieten.

Rinderbestand bleibt stabil
Franz Sinabell (WIFO) behandelte die Zukunftsoptionen der Rinderwirtschaft aus Sicht der Wissenschaft. Nach einer Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts werden sich die Rinderbestände stabilisieren und 2020 mit mehr als 2 Mio. Tieren auf dem Niveau des Jahres 2000/2001 bleiben. Aktuell werden hierzulande 1,98 Mio. Rinder gehalten. Matthias Reeh vom Lebensministerium analysierte die aktuelle Situation am Markt sowie die langfristige Marktentwicklung und die GAP ab 2014. Als Kritikpunkte der neuen Agrarpolitik der EU nannte Reeh den wesentlich komplizierteren Systemaufbau, den damit höheren bürokratischen Aufwand sowie wenig Flexibilität bei der Modellgestaltung. Die österreichischen Rinderbetriebe sowie Prognosen aus betriebswirtschaftlicher Sicht nahm Leopold Kirner von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft genauer unter die Lupe. Im Rahmen der Podiumsdiskussion forderte der Obmann der österreichischen Jungzüchtervereinigung Markus Gahleitner verlässliche Rahmenbedingungen für die bäuerlichen Betriebe. Dabei sollte das Hauptaugenmerk im Rahmen der neuen GAP vor allem auf die Sicherstellung der Investitionsförderung zur Erleichterung der Hofübernahmen gelegt werden.

Gastronomie hat Nachholbedarf bei Regionalität
Christian Rosenwirth (Lebensministerium) stellte den Wertschöpfungsanteil von Produzenten, Verarbeitern und Vermarktern an der gesamten Wertschöpfungskette "Milch " dar. Josef Braunshofer lieferte den Zuhörern „Soft facts“. Der Geschäftsführer der Berglandmilch, wies auf ufgrund der schnellen Verderblichkeit des Rohstoffes Milch auf die Wichtigkeit langfristiger Lieferverträge hin. Rudolf Rogl (Geschäftsführer ARGE Rind) zeigte die Anforderungen und vor allem Chancen der österreichischen Rindfleischproduzenten auf. Regionalität spielt im Lebensmitteleinzelhandel dabei eine große Bedeutung, rund 97% des angebotenen Rindfleisches kommen aus Österreich. Klaren Nachholbedarf sieht Rogl in der Gastronomie.


Aktualisiert am: 17.02.2012 22:57
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