Winterraps - Anbaufehler vermeiden

Raps reagiert feinfühlig auf die Kulturführung. Bei guten Bedingungen sind daher in der Praxis oft große Ertragsschwankungen zu beobachten. Damit Sie auch 2009 eine gute Ernte erhalten, lohnt es sich, folgende Tipps zu beachten.
In diesem Jahr lohnte es sich, den Raps intensiv anzubauen und ihm eine gute Pflege angedeihen zu lassen.
In diesem Jahr lohnte es sich, den Raps intensiv anzubauen und ihm eine gute Pflege angedeihen zu lassen.
Strohreste im Saathorizont behindern den Feldaufgang: Querliegende Stoppel- und Wurzelreste behindern den Kontakt zwischen Saatkörnern und Boden bzw. unterbinden den kapillaren Aufstieg. Die Folge ist ein ungleichmäßiger Feldaufgang. Das Problem dabei ist, dass die früher aufgelaufenen Rapspflanzen danach die Spätlinge überdecken. Diese fallen danach aus oder können sich nicht optimal entwickeln.
Die Getreidestoppel muss deshalb, wenn es sein muss, mehrmals bearbeitet werden, damit die Ernterückstände im Boden gleichmäßig verteilt und besser mit dem Boden vermischt werden.
Aber auch, wenn gepflügt wird, sollte dem Pflügen eine Einmischung des Strohs auf 5 - 8 cm vorhergehen, um die Bildung von Strohmatten zu verhindern.

Der Raps muss eine Pfahlwurzel ausbilden
Zwar kann der Raps auch mit beiniger Wurzel noch auf annehmbare Erträge kommen, die Pflanze reagiert aber in Stresssituationen sofort mit vorzeitigem Knospen- bzw. Schotenabwurf im Spitzenbereich der Triebe, vor allem des Haupttriebes.
Unter Trockenstress kann die beinige Wurzel weder dem Wasser im Unterboden entgegen wachsen, noch ist der kapillare Aufstieg in die Hauptwurzelzone möglich. Die Lockerung muss, sofern es der Bodenzustand zulässt, bis auf Krumentiefe erfolgen. Dabei reicht es für die Pfahlwurzelbildung, wenn der Boden nur unterhalb der Drillreihe gelockert wird. Die feinen Seitenwurzelhaare wachsen dann seitlich in die verdichteten Zonen hinein und erschließen somit die verdichteten Zonen.
Die Rapspfahlwurzel weicht aber jedem Hindernis und jedem Widerstand aus und legt sich oberhalb der Verdichtungszonen im Saathorizont quer, um später, soweit möglich, in den Ritzen nach unten zu wachsen. Je günstiger die Wasserversorgung des Saathorizontes im Herbst ist, umso weniger erschließt die beinige Rapswurzel den Boden. Damit wird auch die Aufnahme von Nährstoffen behindert.

P-Versorgung liegt im Argen
Die P-Versorgung ist auf Standorte ohne regelmäßige organische Düngung ins Hintertreffen geraten. Am effizientesten ist die P-Düngung als wasserlösliches P im Herbst zur Gerste, während der Raps ein recht gutes P-Aneignungsvermögen besitzt. Aufgrund der hohen P-Preise können wir uns eine einmalige Schaukeldüngung zur Blattfrucht in der Fruchtfolge nicht mehr leisten.
Im B-Bereich muss wenigstens der jährliche Netto-Entzug zu jeder Kultur gedüngt werden. Das P muss in der Jugendentwicklung also im Herbst zur Verfügung stehen.
Raps entzieht im Korn je nach Ertragsniveau zwischen 35 und 60 kg/ha P2O5. Am sinnvollsten ist es, die P-Düngung als NH4-Phosphat oder als Volldünger im Herbst durchzuführen.

Autor: Dr. Hansgeorg SCHÖNBERGER, N.U. Agrar GmbH, Schackenthal


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Aktualisiert am: 08.08.2008 12:35
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