Wintergetreide aktuelle Pflanzenschutzmaßnahmen

Winterweizen und Wintergerste müssen derzeit auf Verunkrautung geprüft werden. Falls die Unkrautbekämpfung notwendig ist, muss einiges beachtet werden.
Unkraut in Wintergerste.
Unkraut in Wintergerste.
Auch wer im Herbst bereits die Unkrautbekämpfung bei Gerste durchgeführt hat, sollte seine Felder auf noch eventuelle Unkräuter wie Klettenlabkraut oder Ungräser wie Windhalm kontrollieren. Wo noch keine Unkrautbekämpfung stattgefunden hat, dort muss diese relativ rasch durchgeführt werden – Ausnahmen sind durch Frost geschädigte Bestände.
Bei breiter, üppiger Verunkrautung mit bereits blühendem Ehrenpreis oder Taubnessel, wird die Mischung aus 0,8 kg/ha Artist + 120 bis 150 g/ha Hoestar Super empfohlen. Bei noch etwas kleinerem Unkraut können auch Sulfonylharnstoffe wie Husar OD (0,1 l/ha) eingesetzt werden. Relativ temperaturunabhängig sind auch Kombinationen aus 2 l/ha IPU (Alon fl., Arelon top, Protugan, etc.) und z.B. Biathlon (70 g/ha + 0,1 l/ha Silwet top) oder 30 g/ha Artus + 0,5 l/ha Starane XL. Temperaturunabhängig ist auch das neue Axial Komplett (1 l/ha), welches Windhalm und Klettenlabkraut sehr gut erfasst, leichte Schwächen jedoch bei Taubnessel und Ehrenpreis besitzt. Liegen die Temperaturen in der Nacht über 5° C und am Tag deutlich über 10° C, sind auch Kombinationen aus IPU mit Wuchsstoff-Brenner-Mischungen möglich, wie z.B. 2,2 l Aniten Duo, 0,8 bis 1 kg/ha Platform S. Am temperaturabhängigsten sind die Kombinationen aus Zoom + Oratio und 0,2 kg/ha Arrat mit 1,0 l/ha Dash EC. Wird Arrat mit mehr als 1,5 l/ha IPU gemischt, so ist die Dash EC Menge von 1,0 auf 0,5 l/ha zu reduzieren. Nach der Anwendung dieser Kombinationen sind noch zwei Sonnentage notwendig.
Bitte beachten Sie, dass Broadway, Husar Plus und Caliban Super Pack in Gerste nicht zugelassen sind.

Winterweizen in EC25.
Winterweizen in EC25.
Weizen
Je nach Anbautermin ist die Unkrautsituation in den Weizenbeständen sehr unterschiedlich. In bis Anfang Oktober gesäten Kulturen sind durchaus schon Unkräuter und Ungräser vorhanden, in später gesäten Beständen wird noch Unkraut auflaufen. Hier soll mit einer Behandlung generell noch zugewartet werden, da die meisten Produkte eher blattaktiv sind. Ist bereits Windhalm stärker vorhanden, könnte jetzt mit einer Vorlage von 1,5 bis 2 l/ha IPU eine Behandlung erfolgen. Hier wird auch Kamille und Vogelmiere miterfasst. Die restlichen breitblättrigen Unkräuter können dann gezielt mit Wuchsstoff-Brenner oder reinen Wuchs-stoffen bekämpft werden. Zu diesem Zeitpunkt ist dann vielleicht auch schon Distel stärker vorhanden und besser benetzbar.
Sulfonylharnstoffe besitzen eine leicht bestockungsanregende Wirkung – diese soll jedoch nicht überbewertet werden. Bestockungsfördernd ist auch eine CCC-Gabe Mitte der Bestockung (ES 25). Dazu muss der Weizen jedoch bereits gut verwurzelt sein (flache Saat ist eher problematisch) und die frischen weißen Kronenwurzeln müssen mindestens 4 cm lang sein.

Autor: DI Hubert Köppl, LK Oberösterreich


Aktualisiert am: 29.03.2012 14:22
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