Wintergetreide: Bestände jetzt beurteilen und andüngen

Die Getreidebestände keimten vergangen Herbst überall gut an; unterschiedlich stark wirkten sich Herbsttrockenheit und die Kälteperiode aus. Jetzt gilt es die Bestände optimal anzudüngen.
Zur Beurteilung der Andüngungshöhe von Getreide sollte eine Nmin-Untersuchung herangezogen werden.
Zur Beurteilung der Andüngungshöhe von Getreide sollte eine Nmin-Untersuchung herangezogen werden.
Bei Frühsaaten von Weizen und Gerste steht die Förderung der Ährenbildung nun im Vordergrund. Dennoch darf die Lagergefahr nicht aus den Augen gelassen werden, da aufgrund der milden Temperaturen - bis in den Januar hinein - Frühsaaten Triebe mit auffallend langen Blättern gebildet haben.
Diese Bestände haben bereits zwischen 20 und 35 kg N/ha aufgenommen. Daher gilt es die Startdüngermenge nicht zu hoch anzusetzen.
Generell ist eine Nmin-Untersuchung anzustreben, da diese Werte so stark schwanken, wie schon lange nicht mehr. Unterschiedliche Vorfrüchte und wechselnde Bodenverhältnisse wirken sich unterschiedlich aus.

Wintergerste
Die vor dem Winter üppig entwickelte Wintergerste, die durch den Frost Blattgrün abgebaut hat, benötigt nun eine Startgabe von 35–60 kg N/ha, um sich zügig zu regnerieren. Zweizeilig Sorten müssen stärker angedüngt werden.
Wintergeste sollte sobald als möglich mit 40–70 kg N/ha (geringe Mengen auf leichten, milden Böden; höhere Mengen auf bindigen, kalten Böden) als NP bzw. NPK-Dünger angedüngt und der Rest nachgelegt werden.

Weizen
Weizen, dessen Samenkorn noch leer ist und sich im 2- bis 3-Blattstadium befindet, benötigt unbedingt rechtzeitig vor Beginn der Vegetation 60–80 kg N/ha am besten über DAP + ASS (Schwefel) oder NAC bzw. als Volldünger mit Schwefel angedüngt werden.
Der erst um Weihnachten aufgelaufene Weizen hat dagegen noch genügend Reserven im Korn. Dieser Weizen braucht als Startgabe nicht mehr als 50–80 kg N/ha, um die Anschlussgabe ins Doppelring-Stadium (Anfang April) vorziehen zu können.

Die Langversion aus der Ausgabe 5/2012 des „Fortschrittlichen Landwirts“ erhalten Sie hier zum Downloaden.


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Aktualisiert am: 27.02.2012 11:37
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