Wintergerste optimal anbauen

Neue Sorten und Witterungsextreme stellen die Getreidebauern vor neue Aufgaben. Die Sortenwahl sie die Saat sollen den Standortbedingungen angepasst werden und den Grundstein für ein ertragreiches Getreidejahr 2012 legen.
Das Fenster zur Aussaat ist bei Wintergerste sehr klein.
Das Fenster zur Aussaat ist bei Wintergerste sehr klein.
Wintergerste hat einen großen Nachteil, der bisher noch nicht in Griff zu bekommen war: Der oberste Halmabschnitt, das Pedunkel, ist zu schwach, um schwere Ähren zu tragen. Deshalb knicken Ähren mit mehr als 1,8 g Einzelährenertrag leicht ab. Der Bestandesdichte sind nach oben Grenzen gesetzt. Mehr als 650 bis 700 Ähren je m² (mehrzeilige Sorten) bzw. 1.000 bis 1.200 Ähren je m² (Zweizeiler) haben nicht Platz.
Zweizeiligen Sorten bilden unter Hitze- und Trockenstress die Körner besser aus. Die Zweizeiler kommen vor allem für Standorte mit frühem Vegetationsbeginn und schneller Abreife in Frage.
Die mehrzeiligen Sorten eignen sich besser für Standorte mit langsamer Abreife unter feucht-kühlen Verhältnissen. Sie können geringe Ährenzahlen besser kompensieren. Das Aussaatfenster ist für die Wintergerste eng. Bei früher Aussaat neigt sie zum Überwachsen, bei später Aussaat erreichen vor allem zweizeilige Sorten nicht die notwendige Bestandesdichte. Das lässt sich auch durch höhere Aussaatstärken nicht ausgleichen, weil die erst im Frühjahr gebildeten Triebe im Ertrag stark abfallen. Hybridgersten können aufgrund der besseren Wüchsigkeit gegenüber Liniensorten um zwei Wochen später gesät werden.

Autor: Dr. Hansgeorg SCHÖNBERGER

Weitere Details zum Getreideanbau lesen Sie in der Ausgabe 17 unserer Fachzeitschrift Der fortschrittliche Landwirt.


Aktualisiert am: 23.08.2011 12:37
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