Wintergerste, Roggen und Triticale: Die passenden Sorten für Ihren Betrieb

Das abgelaufene Jahr hat dem Getreide einige Probleme beschert. Mehrere Triticalesorten wurden gravierend von Mehltau infiziert. Regional sind Weizen und Durum, aber auch Roggen und Triticale am stehenden Halm ausgewachsen.

Die meisten Triticalesorten sind anspruchslos und für Bedingungen des Biolandbaues gut geeignet.
Die meisten Triticalesorten sind anspruchslos und für Bedingungen des Biolandbaues gut geeignet.
Eine zweijährig im Alpenvorland und im Waldviertel durchgeführte Serie von 6 Versuchen macht deutlich: Triticale ist ertragsstärker als Futterweizen. Bei Fungizidverzicht brachten Polego und Triamant im Mittel 10 bis 26 % höhere Erträge als die Futterweizen Manhattan und Winnetou. In der Strobilurinvariante (Juwel top) betrug die Ertragsüberlegenheit noch 5 bis 10 % (bei Polego) bzw. 12 bis 17 % (bei Triamant). Triticale ist auch für weizenfähige Böden des Alpenvorlandes und der Steiermark gut geeignet. Für N-intensive Tierhaltungsbetriebe reicht die Standfestigkeit allerdings meist nicht aus, hier bedarf es der Unterstützung durch Wachstumsregler (Stabilan, Moddus 250 ME).

Für Marktfruchtproduzenten bedeutet Auswuchs große wirtschaftliche Einbußen, bei Mahlroggen liegt die Stoßgrenze bei 1 %. Futtergetreide mit mehr als 10 % Auswuchskörnern wird oft nur mit Preisabschlägen aufgekauft. Bei innerbetrieblicher Veredelung ist der Schaden weniger dramatisch. Um Toxinbildung zu vermeiden, müssen betroffene Partien völlig trocken eingelagert werden. Fütterungsversuche von normalem und angekeimtem Getreide führten nur zu geringen Unterschieden in den Tageszunahmen. Da beim Keimen Stärke in Zucker abgebaut wird, raten Experten jedoch zu einer behutsamen Verfütterung von Auswuchsgetreide an Rinder, um den pH-Wert im Pansen nicht absinken zu lassen.



Autor: DI Michael OBERFORSTER und DI Clemens KRÜPL, AGES Wien


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Aktualisiert am: 23.08.2005 16:55
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