Wintergerste – robuste und frostfeste Sorten bevorzugt

Heuer litten die Gersten unter unzureichender Herbstentwicklung und Winterschäden. Bei den gestressten Pflanzen traten verstärkt Netzflecken auf. Wesentlich ist: Die Bestockung muss im Herbst erfolgen.
Mitte Oktober haben die kräftigen Wintergerstenpflanzen bereits mit der Anlage von Seitenachsen begonnen.
Mitte Oktober haben die kräftigen Wintergerstenpflanzen bereits mit der Anlage von Seitenachsen begonnen.

In erheblichem Maße werden die Wintergerstenerträge bereits im Oktober und November begründet. In der Mehrzahl der Jahre liegen die günstigen Saatzeiten zwischen 15.-20.9. (in kühleren Lagen, beispielsweise im Mühl- und Waldviertel) und spätestens dem Ende der ersten Oktoberwoche (Oststeiermark, Südburgenland). Im Alpenvorland haben Anbautermine um den 18. bis 22.9. meist zu besseren Ergebnissen geführt, als Saaten gegen Monatsende. Die pannonische Region (Weinviertel, Marchfeld, Wiener Becken und Nordburgenland) ist am stärksten von viröser Gelbverzwergung bedroht. Sofern das Saatgut nicht insektizidgebeizt ist, sind Drilltermine in der letzten Septemberwoche oder anfangs Oktober (bei Blattlausflugwetter) ratsam. In Abhängigkeit vom Sätermin, der Gerätetechnik und dem erwarteten Feldaufgang bedeutet dies für zweizeilige Sorten 280 bis 380 keimfähige Körner/m² (je nach Tausendkorngewicht 130 bis 220 kg/ha) und für mehrzeilige Sorten 250 bis 350 Körner/m² (110 bis 180 kg/ha). Kommt die Gerste erst um den 10.10. in den Boden, wäre die Saatstärke auf 350 bis 450 Körner/m² oder 190 bis 250 kg/ha zu erhöhen. Ein vollständiger Ertragsausgleich ist in der Regel damit aber nicht möglich.

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Aktualisiert am: 27.08.2003 09:42
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