Wildschäden vermeiden mit chemischen Verbisschutz

Der Herbst und das Frühjahr sind die richtige Zeit um auf kleineren Flächen gegen den Wildverbiss mit chemischen Verbissschutzmitteln vorzugehen.
Streichmittel gegen Wildverbiss werden im Herbst und im Frühjahr angewendet.
Streichmittel gegen Wildverbiss werden im Herbst und im Frühjahr angewendet.
Frische Triebe und Knospen von Laub- und Nadelbäumen sind nach dem kargen Winterfutter ein begehrter Leckerbissen für Wildtiere. Auch deren Flüssigkeitsbedarf wird oft über Zweige und Jungtriebe gedeckt.
Eine Schädigung des Leit- bzw. Terminaltriebes führt zu einer starken Beeinträchtigung des Höhenwachstums der Pflanzen.

Im Bereich des chemischen Verbissschutzes kommen gegen den Sommerverbiss flüssige, spritzbare Produkte zum Einsatz, da Streichmittel zu stark verkrusten und damit das Wachstum der Pflanze hemmen würden.

Anwendung und Wirkung


Die chemischen Mittel wirken sowohl optisch durch ihre Farbe, wie auch durch die beigemischten körnigen Mineralbestandteile (Quarzsand) sowie über abweisende Duftstoffe.

Anwendungsmöglichkeiten
  • Streichverfahren: Die geeigneten Geräte dazu sind Verstreichhandschuh, Kuckuckszange, Zangenbürsten oder Streichgeräte (hier wird das Mittel am Rücken getragen und rinnt mittels Schwerkraft zur Ausbringöffnung).
  • Spritzverfahren: Damit erfolgt die Ausbringung angenehmer und sauberer. Vorteilhaft ist, dass beim Spritzen ohne zeitlichen Mehraufwand die Seitentriebe mitbehandelt werden können. Zum Einsatz kommen Hochdruckspritzen mit einem Dosierventil oder einer Spezial Tee-Jet-Düse. Auch einfache Rückenkanister mit Spritzpistole (T20) werden verwendet. Das Spritzmittel wird dabei auf dem Rücken getragen und erhöht die Beweglichkeit des Anwenders und damit die Leistung. Es ist jedoch zu bedenken, dass Rüstzeiten und störungsbedingte Unterbrechungen anfallen.
  • Tauchverfahren: Dieses Verfahren wird nur bei größeren Pflanzen angewendet. Erforderlich dafür ist ein Kübel mit Verbissschutzmittel. Nun wird die Terminaltriebknospe vorsichtig gebogen und in das Mittel eingetaucht. Diese Methode ist wenig ergonomisch und beansprucht durch häufiges Bücken die Wirbelsäule.
  • Verstreichen mittels Pinsel: Dieses Verfahren ist nur für kleine Pflanzen geeignet (zum Beispiel Verjüngung der Tanne unter Schirm). Die Ausbringung erfolgt mit einem Rundpinsel. Das Benetzen des Terminaltriebes und der Knospe mit ausreichend Wildverbissschutzmittel erfordert ebenfalls sehr viel Arbeit in gebückter Stellung.


Mehr zu diesem Thema, wie etwa Kosten der Ausbringung sowie derzeit gängige Mittel, lesen Sie in Ausgabe 20/2012 der Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“.

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Aktualisiert am: 02.10.2012 18:01
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