Wifo sollte Agrarbranche realistischer einschätzen

Die jüngste WIFO-Studie, die in zahlreichen Medien ein überaus positives Bild über den EU-Beitritt und seine Auswirkungen auf die Landwirtschaft gezeichnet hat, sei zu euphorisch ausgefallen, meint Oberösterreichs Agrarlandesrat Dr. Josef Stockinger



Stockinger, der sich seinerzeit für einen EU-Beitritt Österreichs auch aus Sicht der Landwirtschaft stark gemacht hat, sieht die agrarische Entwicklung der letzten 15 Jahre nüchtener: "Tatsache ist, dass die heimischen Bauern mit dem EU-Beitritt die richtige Entscheidung getroffen haben. Denn ein Nichtbeitritt Österreichs hätte für die Landwirtschaft deutlich schlechtere Auswirkungen gehabt, was die WIFO-Studie auch mit dem Vergleich auf die Schweizer Bauern bestätigt: Während die Schweizer Berufskollegen seit 1990 10,5 % Einkommensminus hinnehmen mussten, verzeichnet Österreichs Landwirtschaft im Vergleich dazu einen Einkommensrückgang von 0,5 %".

EU - das kleinere Übel

"Wir haben uns also für das kleinere Übel entschieden", sagt Stockinger und verweist darauf, dass der Agrarsektor seit 15 Jahren ohne Einkommenszuwachs und damit die Bauern ohne Lohnerhöhung arbeiten müssen. "Das ist bestimmt keine Freudenbotschaft, was das WIFO auch deutlicher sagen sollte", wünscht sich der Agrar-Landesrat.


Aktualisiert am: 05.02.2007 10:28

Landwirt.com Händler Landwirt.com User