Wieviel Stickstoff vertragen Speiseerdäpfel?

Qualitätsorientierte Düngung ist besonders im Anbau von Kartoffeln wichtig. Dabei ist frühzeitig zu überlegen, in welche Richtung die Erdäpfel vermarktet werden sollen und wie das genaue Produktionsziel definiert ist.


Stickstoff, der jetzt noch gedüngt wird, geht vor allem ins Kraut.
Stickstoff, der jetzt noch gedüngt wird, geht vor allem ins Kraut.
Fragen der Grunddüngung mit Phosphor und Kalium haben vergleichsweise geringe Ertragsrelevanz, sind dafür aber umso wichtiger in Fragen der Qualität. So hat im Bereich von Speisekartoffeln eine betonte Kalidüngung durchwegs positive Effekte auf verschiedenste Qualitätsparameter wie Beschädigungsresistenz, Lagerfähigkeit, Stärkegehalt und Kocheigenschaften. Eine hohe Kalidüngung hat vor allem im Bereich festkochender Speiseerdäpfel absolute Berechtigung, wirkt diese doch positiv auf viele qualitative Parameter und senkend auf den Stärkegehalt, was wiederum den festkochenden Charakter verstärkt. Nicht ganz so entscheidend, aber gleichfalls positiv, wirkt eine ausreichende Phosphatdüngung. Phosphat wirkt vor allem positiv auf den Knollenansatz und damit auf die Ausbeute in mittlerer Sortierung.
Die Düngung beeinflusst sehr stark die Qualität der Kartoffel, vor allem die innere. Qualitätsorientierte Produzenten sollten beim Stickstoff sparen und ausreichend Kalium düngen. Die Stickstoffdüngung für gute Salatware sollte in Abhängigkeit von der Ertragserwartung 70 bis 100 kg N/ha nicht übersteigen. Kalium kann, wenn man von mittlerer Versorgung des Standortes ausgeht, durchaus in einem Ausmaß von 200 bis 300 kg verabreicht werden. Für Teilnehmer an IP-Kartoffel im Rahmen von ÖPUL 2000 ist allerdings die Empfehlung der Richtlinien für die Sachgerechte Düngung bindend.

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Aktualisiert am: 23.02.2004 17:36
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