Wiesen und Weiden sind verdorrt, was nun?

Es wird immer wieder ein witterungsbedingtes Sommerloch geben. Davor sollte das Grünland durch eine gezielte Sortenwahl abgesichert werden. Wiesen und Weiden, die in den letzten Jahren mit Nachsaatmischungen für trockene Lagen bearbeitet wurden, stehen nach der Trockenheit besser da als jene ohne Nachsaaten.
Die Nachsaat sollte bis 20. September abgeschlossen sein.
Die Nachsaat sollte bis 20. September abgeschlossen sein.
Waren die Grünlanderträge im ersten und teils im zweitem Aufwuchs noch sehr gut bis mittel, fielen die Zuwächse im Grünland in den Monaten Juli und August bis auf Null ab. Wie sich das Grünland fallweise im Spätsommer erholen wird hängt vom Schädigungsgrad der Grasnarbe und den kommenden Bedingungen ab. Für das Gelingen der Über- und Nachsaat ist neben den Wetter- und Standortverhältnissen auch die rechtzeitige Nutzung nach der Saat entscheidend. Eine Beweidung oder ein Mähnutzung drei bis vier Wochen nach der Saat ist für das Gelingen der Nachsaat notwendig. Wiesen und Weiden, die in den letzten Jahren die Nachsaatmischungen für trockene Lagen (Natro und Nawei) als Regeneration erfahren haben, stehen nach dieser Trockenheit deutlich besser da als jene ohne diese Nachsaaten. Bessere Erträge und eine geringere Lückigkeit zeigen den Erfolg dieser Maßnahme. Es wird immer wieder ein witterungsbedingtes Sommerloch geben. Davor sollten wir das Grünland durch eine gezielte Sortenwahl absichern.

NATRO auf Wiesen
Die Nachsaatmischung NATRO für trockene Lagen sollte auf Wiesen oder Mähweiden verwendet werden. In dieser Wiesenmischung wird auch Luzerne eingesetzt, um neben dem Weißklee einen ausreichenden Leguminosenanteil zu gewährleisten. Von den Gräsern halten das Knaulgras, insbesondere die Sorte Tandem, der Glatthafer, die Timothesorte Tiller und der Rotschwingel die trockenen Verhältnisse am besten durch. Die optimale Abstimmung innerhalb der verwendeten Qualitätssorten und die Einbeziehung der raschwüchsigen Komponente „Englisch Raygras“ im Ausmaß von 15 % können das geschädigte Grünland dauerhaft verbessern bzw. erneuern.

NAWEI für Weide
Die Mischung NAWEI ist für alle Nachsaaten auf trockenen Weiden bestens geeignet, nicht allerdings für Almen, wo in tieferen Lagen besser die Weidemischung „H“, in höheren Lagen Spezialmischungen mit standortgerechtem Saatgut (z.B. Renatura®) zur Anwendung gelangen sollten. In der Mischung Nawei ist die Untergraskomponente durch hohe Anteile an Wiesenrispe und Rotschwingel gut mit trockenheitsresistenten Sorten abgedeckt.

Gezielt düngen
Bei einer Lückigkeit der Grasnarbe von weniger als 10 % sollte eine Düngung mit verdünnter Gülle oder Jauche im Ausmaß von 20 m3/ha erfolgen und damit ein natürlicher Narbenschluss herbeigeführt werden. Es werden sich viele geschädigte Pflanzen bei dementsprechenden Niederschlägen wieder regenerieren. Eine gut dosierte Nährstoffzufuhr hilft den Pflanzen dabei. Wird zu viel gedüngt, so werden nur die Kräuter gefördert.

Autor: Univ. Doz. Dr. Karl BUCHGRABER, LFZ Raumberg-Gumpenstein

Den gesamten Beitrag finden Sie im LANDWIRT Heft 17.

Aktualisiert am: 20.08.2013 14:20
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