Wie kompetent ist die Compident?

Moderne Abrufstationen bieten viele technische Möglichkeiten zur Verbesserung des Managements. Im Landwirt-Praxistest wurden Stärken und Schwächen anhand von Praxisbeobachtungen analysiert.
Die Abruffütterung eignet sich sowohl für stabile als auch für dynamische Gruppen.
Die Abruffütterung eignet sich sowohl für stabile als auch für dynamische Gruppen.
Die wesentlichen Vorteile einer Abrufstation mit geschlossenem Fressstand sind die flexible Grundrissgestaltung sowie die Möglichkeit zur tierindividuellen Fütterung. Gerade die flexible Raumgestaltung macht die Abrufstation speziell in Altgebäuden zu einem interessanten Fütterungssystem für Sauen in Gruppenhaltung. Allerdings haben die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt, dass in punkto Buchtengestaltung doch einige wesentliche Voraussetzungen einzuhalten sind. Die KO-Kriterien der Funktionssicherheit von Abrufstationen sind zum einen die Gruppengröße und zum anderen das erfolgreiche Anlernen von Jungsauen an die Station. Generell sollten dynamische Sauengruppen aus mindestens 40, besser 50 und mehr Sauen bestehen, weil bei größeren Gruppen weniger intensive Rangkämpfe auftreten.

Buchtengestaltung bei Abrufstationen mit geschlossenem Fressstand
• Tier-Station-Verhältnis je nach Fabrikat nicht zu weit ausreizen
• Liegeflächen in Kojen für sechs bis zehn Sauen unterteilen (1m² Kojenfläche pro Tier; 1,8 bis 2 m Kojentiefe)
• Separate Bucht zum Ausselektieren und Anlernen von Sauen (1,6m² pro Sau). Eine eigene Anlernstation wäre optimal, ist aber erst ab Bestandsgrößen von 200 Sauen wirtschaftlich sinnvoll.
• Warteraum vor dem Stationseingang groß genug – für 1/3 der Gruppengröße – planen (> 4 m breit und 3,5 m tief)
• Weiten Rückweg vom Stationsausgang zum Eingang vorsehen (z.B. Trennwände, Liegekojen,…)
• Im Wartebereich vor der Station Beschäftigungsmaterial und Tränken als Ablenkung für die wartenden Sauen anbringen.
• Die Bucht muss so strukturiert sein, dass im Aktivitäts- und Wartebereich vor der Station keine Engestellen und Sackgassen entstehen.

Pig Manager Mobile
Das Herz der Compident Abrufstation sind der Steurerungscomputer und der so genannten Pig Manager Mobile. Der Pig Manager Mobile ist ein spritzwasser- und stallluftgeeigneter PDA (Personal Digital Assistant) mit integrierter Tiererkennung. Die Dateneingabe erfolgt über eine einfache Bedienung während des Rundgangs durch den Stall und wird auf die Software des Steuerungscomputers übermittelt. Auch die Übermittlung der Sauenplanerdaten erfolgt automatisch.
Die Wände der neuen Compident VII bestehen aus harten Kunststoffplatten. Während der Rahmen der Station in Bodennähe aus Edelstahl besteht, sind die restlichen Teile verzinkt. Zur Wartung der Station müssen die vier Schmiernippel im Zweimonatsintervall geschmiert werden. Weiters ist in den Kontrollgläsern der Luftzylinder einmal pro Halbjahr zu inspizieren, ob noch Öl fließt.

Fazit
Die Compident Abruffütterung verfügt über viele Möglichkeiten, die das tägliche Management in der Großgruppe erleichtern. Die hohe Durchlaufrate sowie das praktische Managementprogramm, das per PDA mit Daten gefüttert werden kann, machen den Charakter der Station aus.

Autor: Roman GOLDBERGER, Rainbach


Aktualisiert am: 08.03.2010 14:04
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