Wie eng soll der Mais stehen?

Insbesondere Maissorten mit einem geringen Einzelpflanzenkornertrag, welche primär aus dem frühen Reifezahlsegment stammen, müssen, um einen hohen Ertrag zu erzielen, eine höhere Saatstärke aufweisen als Sorten mit höheren Einzelpflanzenertrag.
Mit zunehmender Saatstärke von 70.000 Korn bis auf 102.000 Korn je Hektar ist ein Zunahme des Ertrages festzustellen.
Mit zunehmender Saatstärke von 70.000 Korn bis auf 102.000 Korn je Hektar ist ein Zunahme des Ertrages festzustellen.
Der positive Einfluss der höheren Saatstärke auf den Ertrag konnte in zwei Jahren als sicher bestätigt werden. Die Höhe des Ertrages war von der Sorte bzw. dem Sortentyp (Kornzahl/Kolben oder TKG oder beides) abhängig. Sorten mit hoher Kornzahl/Kolben, wie die Sorte LG 23.06 waren für eine hohe Saatstärke nicht lohnenswert, weil der Einfluss auf den Ertrag minimal war. Sorten mit konstantem Ertragsaufbau über das TKG bzw. Kornzahl/Kolben, wie die Sorte Kuxxar waren bei höheren Saatstärken höher im Ertrag. Bei der Sorte Benicia kam der Jahreseinfluss am deutlichsten zu Tage. Im Jahr 2002 mit sehr guter Abreife, hohem TKG und niedrigem Pflanzenausfall (d.h. in der Praxis optimale Saat bei langsamer Fahrgeschwindigkeit und exakt eingestelltem Abstreifer) war auch bei der Sorte Bencia eine höhere Saatstärke sinnvoll. Bei einem derartigen Sortentyp ist allerdings auch die Standfestigkeit entscheidend.
Hinsichtlich der Engstandsaat gab es nur im Jahr 2001 bei guter Ausreife und niedrigem Pflanzenausfall einen Ertragsvorteil. Der Ertragsvorsprung betrug im Mittel gegenüber der konventionellen Reihenweite 4 bis 6 %. Ob dieser Ertragsvorteil bei Körnermais vor dem Hintergrund einer angepassten Erntetechnologie lohnenswert ist, muss derzeit als fraglich beurteilt werden. Bei Silomais oder bei der Ernte von Ganzpflanzen zur Biogasnutzung sieht die Situation anders aus.

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Aktualisiert am: 25.03.2003 14:26
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