Wie Praktiker Circovirus bekämpfen

PCV 2 assoziierte Krankheitsbilder wie PMWS oder PDNS stellen in vielen Schweinebetrieben ein großes Gesundheitsproblem dar. Die einzig wirksame Bekämpfungsmaßnahme ist ein systematisches Durchleuchten der Produktionsvorgänge verbunden mit einer konsequenten Ausmerzung von Schwachstellen.
Gerade bei einem PMWS-Einbruch gilt es, alle zootechnischen Maßnahmen ab der Geburt zu optimieren, um vitale Ferkel absetzen zu können.
Gerade bei einem PMWS-Einbruch gilt es, alle zootechnischen Maßnahmen ab der Geburt zu optimieren, um vitale Ferkel absetzen zu können.
Oberste Prämisse beim Jungsauenzukauf ist ein offenes und ehrliches Verhältnis zum Lieferbetrieb. Klarerweise sollen die Zukauftiere aus einem Betrieb kommen, dessen Gesundheitsstatus bekannt ist. Den Zuchtläufern muss dann während einer vier- bis sechswöchigen Eingliederungsphase in einem Quarantänestall die Möglichkeit zur stressfreien Aneignung der betriebsspezifischen Keimflora geboten werden.

Treten nun Circovirus-assoziierte Krankheitsbilder (PMWS, PDNS) auf, so ist die erste sinnvolle Maßnahme das Schließen der Herde. Dabei sollten sichtbare „Kümmerer“ als potenzielle Keimträger vom Betrieb entfernt und der Jungsauenzukauf für ein halbes Jahr unterbunden werden. Diese Maßnahme stabilisiert den Gesundheitsstatus der Herde.

Eine weitere unumgängliche Maßnahme ist die Diagnostik durch Blutuntersuchung bzw. durch Sektion. Bei letzterer wird in den Lymphknoten eine Lymphozytendepletion nachgewiesen. Die Standarduntersuchungen basieren auf PRRSV, APP, PCV2 und Schweineinfluenza.



Impfstrategien
Aufbauend auf die Diagnostik können im speziellen Fall Impfprogramme implementiert werden, wobei hier der Grundsatz „weniger ist mehr“ gilt. Eine Reduktion der Impfungen auf das Notwendigste und die konsequente terminorientierte Durchführung dieser erwies sich in der Praxis als vorteilhaft. Zum einen bedeuten Impfungen Stress und zum anderen stellt die Durchführung mehrerer terminorientierter Impfungen den Landwirt oft vor organisatorische Probleme. Jedenfalls in Betracht zu ziehende Impfungen betreffen Parvovirose/Rotlauf, PRRSV, Influenza, PCV2 und natürlich Mykoplasmen. Eine wirkungsvolle Maßnahme in Problembetrieben ist die Umstellung auf eine einmalige Mykoplasmenimpfung zwischen dem 12. und 20. Lebenstag, die homöopathisch unterstützt wird. In der Tierarztpraxis Aschenbrenner konnte dadurch ein vermindertes Auftreten von PRRSV bedingten Problemen erkannt werden.

Autor: Dr. Reinald ASCHENBRENNER, Obernberg/Inn


Aktualisiert am: 07.12.2006 17:04
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