Wettbewerb der Molkereien um Milch laut Kartellamt unterentwickelt

Das deutsche Bundeskartellamt hält die Möglichkeiten der Landwirte, die Molkerei zu wechseln und die Milch an ein anderes Unternehmen zu verkaufen, mittlerweile für stark eingeschränkt.
Der Vorsitzende des BDM, Romuald  Schaber, stimmte der Analyse des Kartellamts zum Milchmarkt weitgehend zu.
Der Vorsitzende des BDM, Romuald Schaber, stimmte der Analyse des Kartellamts zum Milchmarkt weitgehend zu.
Auf der Milchtagung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Katholischen Landjugend (KLJB) und der Universität Kassel in Warburg-Hardehausen nannte Eva-Maria Schulze vom Bundeskartellamt laut AbL dafür zwei wesentliche Gründe: Zum einen steckten die Bauern bei den meisten Molkereien in zu langfristigen Lieferverträgen mit zu langen Kündigungsfristen von zwei Jahren; zum anderen sei der Konzentrationsgrad der Molkereien in einigen Regionen mittlerweile so hoch, dass den Bauern ohnehin fast keine Wahl mehr bleibe. Das Kartellamt werde daher neue Fusionen von Molkereien noch stärker als bisher darauf prüfen, ob negative Folgen für Milchbauern zu erwarten seien, so Schulze. Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, stimmte der Analyse des Kartellamts zum Milchmarkt weitgehend zu. Ihm fehlten aber Vorschläge dazu, was an politischen Rahmenbedingungen geändert werden müsse, „um den Markt ins Lot zu bringen“, sagte Schaber. Die Politik müsse den Milcherzeugern ausreichend wirksame Mittel an die Hand geben. Es gelte, auf EU-Ebene die Kosten- und Erlössituation auf den Höfen viel stärker in den Blick zu nehmen. Kostendeckende Erzeugerpreise müssten zum Maßstab der produzierten Mengen werden, forderte der BDM-Chef. Die AbL-Vorsitzende Maria Heubuch appellierte indes an die Berufskollegen, die jüngst von der EU etwas erweiterten Möglichkeiten zur Angebotsbündelung aktiv zu nutzen und sich in Erzeugergemeinschaften unabhängig von den Molkereien zusammenzuschließen. „Es ist sowohl für Bauern als auch für die Verbraucher vorteilhaft, wenn wir die Schieflage am Milchmarkt aufbrechen“, erklärte Heubuch. AgE


Aktualisiert am: 14.03.2012 15:10
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