Wenn es still wird auf dem Hof...

Leicht fällt sie wohl kaum jemandem, die Entscheidung, die Stalljacke endgültig an den Nagel zu hängen. In vielen Betrieben wird das aber Realität. Um auf die Zeit danach gut vorbereitet zu sein, sollte man zuvor anfangen, sich damit auseinander zu setzen.
Wird der Betrieb aufgegeben, ist es wichtig, sich zuvor auf die Zeit danach vorzubereiten.
Wird der Betrieb aufgegeben, ist es wichtig, sich zuvor auf die Zeit danach vorzubereiten.
Häufig ist das Führen und Weiterführen des Betriebes eine Lebensaufgabe, die nur schwer loszulassen ist. Drei Aspekte spielen eine Rolle: das sinnvolle Füllen der neu entstandenen Freiräume. Die Auseinandersetzung mit Versagensängsten. Und eine neue Gestaltung der Partnerschaft. Wenn der tägliche Gang in den Stall wegfällt, kann eine Leere und gewisse Orientierungslosigkeit entstehen. Im Alltagstrubel ist häufig kein Raum, persönliche Interessen und Hobbys zu pflegen. Eva-Maria Schüle vom Beratungsdienst
Familie & Betrieb fragt daher in Gesprächen oft, was die Landwirte in ihrer Kindheit und Jugend gern getan haben. Manche beginnen im Alter wieder Musik zu machen, Gedichte zu schreiben oder zu reisen. Ihr Rat: „Ich empfehle in jedem Fall, gelegentlich den Hof zu verlassen. Wenn das schwerfällt, kann man ja mit kleinen Halbtages- oder Tagesausflügen beginnen.“ Es lohnt sich auch zu überlegen, inwieweit eine Landwirtschaft im Kleinformat im Alter praktiziert werden kann. Beispielsweise in Form eines schönen Bauerngartens oder einer überschaubaren Hühnerschar. Die Funktion der Landwirtschaft wandelt sich dann von der Haupteinnahmequelle zur seelischen Bereicherung.
Mehr Infos zu steuerlichen Aspekten, der Umgang in der Partnerschaft und die sinnvolle Nutzung der gewonnenen Zeit finden Sie in der aktuellen Ausgabe 23 des fortschrittlichen Landwirts.

Autor: Katja Brudermann, St. Peter
Bildquelle: Rainer Sturm/pixelio.de

Autor: Lena Adlhoch
Aktualisiert am: 22.11.2012 11:35
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