Weniger Milch, mehr Qualität, Naturschutz und Einkommen

Vielen Milchviehbetriebe geht es schlecht. Der Fehler liege im System, betonen der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Deutsche Naturschutzring (DNR) anlässlich des Krisengipfels am 15. Juli 2016 in Brüssel.
Umwelt- und Öko-Verbände setzen sich für eine extensive Milchviehhaltung ein. (Foto: shutterstock.com paiboon muenchin)
Umwelt- und Öko-Verbände setzen sich für eine extensive Milchviehhaltung ein. (Foto: shutterstock.com paiboon muenchin)
Die Bauern steckten in einem Teufelskreis aus Überproduktion und Tiefstpreisen, sagt BÖLW-Vorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein. Er ist dagegen, die Symptome zu behandeln, indem die Politik nur akute Krisenhilfen zahlt. „Auf dem Milchgipfel müssen vor allem die Ursachen der Krise gemeinsam mit Landwirten und Handel an der Wurzel gepackt werden“, so Löwenstein weiter.

DNR und BÖLW sind überzeugt, dass sich die Überproduktion dauerhaft nur lösen lässt, wenn sich auf der „Input-Seite“ etwas verändert. Dazu haben die Verbände Vorschläge erarbeitet: Mit einer Beschränkung auf heimisches, den physiologischen Bedürfnissen der Tiere angepasstes Futter lasse sich die Milchmenge reduzieren, die Gesundheit der Tiere verbessern, Flächen in Übersee sparen und die Nährstoffeinträge in Böden und Gewässer begrenzen. „Mit extensiver Fütterung wird die Kuh zum umwelt- und klimaverträglichen Nutztier“, so DNR-Generalsekretär Florian Schöne und ergänzt: „Aktuell wachsen wichtige Anteile des Futters für die Überproduktion auf den Gentech-Sojafeldern Südamerikas. Auf die Soja-Monokulturen werden Pestizide gespritzt, die Menschen und Umwelt schaden. Für viele Sojafelder wurde Regenwald abgeholzt oder Savanne umgebrochen.“ Tatsächlich importiert allein Deutschland ca. 4,5 Mio t Soja pro Jahr. Die Bundesrepublik belegt eine Anbaufläche in Südamerika von ca. 2,6 Mio ha, das entspricht der Fläche von Hessen.

Zu viel Kraftfutter und eine Tierzucht, die Lebensleistung und Tiergesundheit zu wenig beachtet, verschärften den Teufelskreis von Milchüberschüssen und Tiefstpreisen. „Da muss sich grundsätzlich etwas ändern“, so Löwenstein. Wiederkäuer dürfe man nicht wie Schweine füttern. Milchvieh lasse sich von eigenen Flächen und mit weniger Kraftfutter ernähren. Daher gehöre die Extensivierung auf die Agenda des Milchgipfels. Der Vorteil einer solchen Lösung sei, dass sie den Markt einbeziehe, weil Grundfuttermilch eine messbar höhere Qualität aufweise und damit höhere Preise erzielt werden könnten, so Löwenstein weiter.

Autor: Stefan Simon
Aktualisiert am: 15.07.2016 16:35
Diskussionsforum
Kleinanzeigen
Gebrauchtmaschinen
Egyéb CMG csesztregi tárcsa
Breite: 300 HUF 320000,--
Berti TSB/P 600
Breite: 600 EUR 16400,--
New Holland TL 80 A
90 PS / 66.19 kW   EUR 34900,--
Fendt 724 Vario Profi Plus
240 PS / 176.52 kW   EUR 161840,--
Fliegl ASW 160
Breite: 238 Preis auf Anfrage