Weniger Mais und mehr Weizen am Weltmarkt

Das US-Landwirtschaftsministerium korrigiert die Ernteschätzung für Mais wegen einer Trockenphase nach unten, die Angebotslücke am Weltmarkt fällt größer aus. Die Vorräte von Weizen am Weltmarkt schrumpfen langsamer als erwartet.
Die Versorgungslücke mit Mais wird größer ausfallen als erwartet.
Die Versorgungslücke mit Mais wird größer ausfallen als erwartet.
Die Angebotslücke am Welt-Maismarkt fällt größer aus als bislang erwartet. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) veranschlagte das Defizit für diese Saison in seiner jüngsten Schätzung auf 8,4 Mio. t und damit gut 3 Mio. t höher als im Vormonat. Hintergrund ist eine überraschend deutliche Abwärtskorrektur der Ernteprognose für die USA. Dort soll die Maisernte nur noch 328 (Vj.: 316) Mio. t erreichen, das sind 12 Mio. t weniger als noch im Vormonat angenommen wurden. Hitze und Trockenheit hatten den Maispflanzen in der wichtigsten Wachstumsphase stark zugesetzt, so dass das USDA seine Ertragsprognose innerhalb eines Monats um fast 4 % senkte. Dass die Versorgungslücke nicht noch größer eingeschätzt wird, liegt nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) maßgeblich an den niedrigeren Verbrauchsprognosen. So senkte das USDA seine Prognose des Verbrauchs gegenüber Juli um knapp 9 Mio. t auf 869 Mio. t.

Während sich bei Mais in dieser Saison eine deutliche Versorgungslücke abzeichnet, fällt das Defizit am Welt-Weizenmarkt voraussichtlich geringer aus als bislang erwartet. Das USDA korrigierte seine Schätzung der globalen Weizenernte um knapp 10 Mio. t auf 672 (Vj.: 648) Mio. t nach oben. Zwar wurden die Angebotsprognosen für die USA und Argentinien gesenkt, höhere Ernteschätzungen für China, Indien, die EU und die Schwarzmeerländer konnten diese Entwicklung jedoch mehr als kompensieren. Allein für Russland und die Ukraine wurden die Prognosen jeweils um 3 Mio. t nach oben korrigiert. Den globalen Weizenverbrauch veranschlagt das Ministerium mit 675 Mio. t ebenfalls höher als noch im Juli – dennoch werden die Bestände wieder steigen. Sollte die erwartete Entspannung an den globalen Weizenmärkten tatsächlich eintreten, dürfte der Raum für weitere nachhaltige Preissteigerungen begrenzt sein.


Aktualisiert am: 16.08.2011 08:11
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