Weniger Gebühren für kleine Schlachthöfe in OÖ

Eine neue Regelung entlastet kleine Fleischer und Direktvermarkter:
Ab 1. Juli gilt für Schlachttier- und Fleischuntersuchungen auf Klein- Schlachthöfen eine einfachere und kostengünstigere Pauschalgebühr. Das bringt ab 1. Juli 2010 rund 50 Euro Ersparnis pro Betrieb und Schlachttag.
Für Kleinschlachthöfe in Oberösterreich wird das Beschauen billiger.
Für Kleinschlachthöfe in Oberösterreich wird das Beschauen billiger.
Veterinär-Landesrat Dr. Josef Stockinger gibt den kleinen Fleischern und Direktvermarktern Schützenhilfe im Wettbewerb und Preiskampf mit den großen Schlächtern. Konkret wird die Pauschalregelung bei den Gebühren für Fleischuntersuchungen für Kleinschlachthöfe ausgeweitet und bringt eine Kostenersparnis von insgesamt mehr als 90.000 Euro im Jahr.

"Die neue Pauschalregelung wird kleineren Schlachthöfen im Schnitt pro Beschau und Schlachttag eine Ersparnis von rund 50 Euro bringen. Diese Ersparnis wird jährlich bei rund 1.700 Fällen greifend", rechnet Landesrat Stockinger vor und betont weiter: "Wir wollen damit ein weiteres starkes Entlastungssignal in Richtung kleinere landwirtschaftliche und gewerbliche Schlachtbetriebe sowie Direktvermarkter setzen."
In Oberösterreich gibt es 640 solche kleinere gewerbliche und landwirtschaftliche Schlachtstätten. Dem gegenüber stehen 34 Großschlachthöfe. Ein Schlachtbetrieb, der jährlich weniger als 1.000 Großvieheinheiten schlachtet, gilt als kleiner Schlachthof. 543 der 640 angemeldeten Kleinschlachthöfe in Oberösterreich schlachten weniger als 50 Großvieheinheiten im Jahr.

Kleinschlachthöfe zahlen weniger Gebühren

Bisher wurde für die Schlachttier- und Fleischbeschau ab zwei Untersuchungseinheiten, was z.B. 2 Rindern, 5 Schweinen oder 16 Schafen entspricht, eine Zeitgebühr von 16,50 Euro je angefangener Viertelstunde an den beschauenden Tierarzt fällig. Bis zu zwei geschlachteten Untersuchungseinheiten war ein Pauschalbetrag von 19,50 Euro zu bezahlen.
Als klares Bekenntnis zu Kleinschlachthöfen wird die Abrechnung über die Pauschalgebühr nun erweitert. Ab 1. Juli 2010 gilt auch für Schlachtungen von 2 bis 4 Untersuchungseinheiten je Einsatz ein Pauschalbetrag von 40 Euro. Was darüber hinaus geht, wird auch weiterhin mit einer Zeitgebühr abgerechnet.
Bei bis zu zwei Untersuchungseinheiten wird künftig eine Pauschale von 20 Euro verrechnet.

Land gilt Anfahrtskostenentfall für Tierärzte in Großschlachthöfen ab

Im Gegenzug zu dieser Gebührenentlastung bei kleineren Betrieben entfallen die Anfahrtskosten bei Untersuchungen in Großschlachthöfen. Der Verdienstentgang für den beschauenden Tierarzt wird durch das Land OÖ erstattet.

Struktur erhalten

Oberösterreich besitzt traditionell eine sehr vielfältige Struktur bei den Schlacht- und Zerlegungsbetrieben. Diese kleinen Schlachthöfe und Direktvermarkter gilt es laut Stockinger zu erhalten und bestmöglich zu begleiten: "Diese kleinen Schlachtbetriebe sichern eine regionale Versorgung mit hochwertigen heimischen Qualitätsprodukten und das bei geringen Transportwegen", so der Landesrat


Aktualisiert am: 01.07.2010 15:42
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