Weniger Fläche, mehr Gemüse

Die Produktion von Feld- und Gartenbaugemüse belief sich, wie die Statistik Austria mitteilt, im Jahr 2009 auf 594.600 t. Trotz eines Flächenrückgangs um 4 % gegenüber 2008 lag der Ertrag um 4 % über dem Vorjahreswert und 10 % über dem Erntedurchschnitt der letzten fünf Jahre.
Bei den Zwiebeln konnte ein hoher Hektarertrag erzielt werden.
Bei den Zwiebeln konnte ein hoher Hektarertrag erzielt werden.
Zugewinne waren vor allem innerhalb der Produktgruppe Hülsenfrüchte, Wurzel- und Zwiebelgemüse zu verzeichnen, auch bei Fruchtgemüse stiegen die Produktionsmengen leicht an. Bei Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse, das vom feuchten Sommerwetter und damit verbundenen Unwetterereignissen stärker beeinträchtigt wurde, stagnierte die Produktion im Bereich der Vorjahreswerte.

Hoher Hektarertrag bei Zwiebeln
Die Gruppe der Hülsenfrüchte, Wurzel- und Zwiebelgemüsearten erreichte eine Produktion von 289.200 t. Gegenüber 2008 entspricht das einem um 7 % höheren Ertrag, obwohl die Anbaufläche um 8 % geringer war. Insbesondere Zwiebeln, Österreichs Hauptgemüseart, erreichten heuer einen ausnehmend hohen Hektarertrag: So erzielten Sommerzwiebeln auf rückläufiger Fläche (-6 %) eine gewaltige Produktionsmenge von 129.100 t (+14 %). Auch bei Grünerbsen ging die Fläche um rund ein Viertel zurück, trotzdem erhöhte sich die Produktion aufgrund des guten Ertrages auf 12.000 t (+7 %). Karotten erzielten ebenfalls wieder ein hohes Ernteergebnis von 83.600 t (+3 %). Bei Radieschen hingegen fiel die Menge mit 6.300 t (-22 %) deutlich unterdurchschnittlich aus.

Tomatenernte knapp unter Vorjahresniveau
Die Erzeugung von Fruchtgemüse betrug 131.400 t und lag damit um 3 % über jener des Vorjahres. Die Anbaufläche wurde erneut ausgeweitet (+5 %), insbesondere bei Zuckermais, Einlegegurken und Speisekürbis. Tomaten, die knapp ein Drittel der Fruchtgemüseerzeugung ausmachten, lieferten eine Ernte von 41.500 t und rangierten somit im Vorjahresbereich (-1 %). Die Flächenreduktion von 7 % - überwiegend im Freilandanbau - wurde von einem höheren Ertragsniveau weitgehend ausgeglichen.
Ein Mengenplus von 13% auf 41.500 t bei Gurken war eine Folge der vergrößerten Erntefläche (+17 %), die beispielsweise aus mehr Vertragsanbauflächen bei Einlegegurken und der Umstellung von Wiener Glashausflächen auf Mehrsatzanbau resultierte. Heimische Glashausgurken wurden zu 88% in der Bundeshauptstadt produziert. Bei Paprika verschoben sich erneut Flächen vom Freilandanbau hin zu den geschützten Kulturen; insgesamt wurde auf leicht reduzierter Fläche (-4 %) eine Ernte von 17.600 t (+1 %) eingebracht. Der Zuckermaisanbau wurde noch einmal um über 40 ha ausgeweitet (+5 %), dennoch ging die Produktion aufgrund der schwächeren Ertragslage um 5% auf 13.900 t zurück. Bei Speisekürbis hingegen bewirkte die Flächenzunahme von 8 % ein Ernteplus von 5 % auf 10.900 t.

Salaternte witterungsbedingt reduziert
Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse wurden von unwetterbedingten Ausfällen und der hohen Feuchtigkeit im Sommer, die das Auftreten von Bakteriosen begünstigte, im Mitleidenschaft gezogen: Sie erreichten, ähnlich wie im Vorjahr, nur eine Erntemenge von 174.000 t (-1 %) und notierten damit im Bereich des Fünfjahresdurchschnitts (-2 %). Die Salaternte umfasste eine Menge von 55.200 t und lag trotz leicht verstärkten Anbaus um 4% unter dem schon schwachen Vorjahresergebnis. Regional wurden hochwasserbedingt Erntedefizite verzeichnet. Häuptelsalat erreichte nach den Anbauausfällen des Vorjahres wieder annähernd das Flächenniveau von 2007 und erzielte bei niedrigem Ertragsniveau eine Produktion von 20.200 t (-3 % zu 2008). Bei Bummerlsalat fiel die Produktion um 7 % auf 24.300 t zurück. Bereits 3.300 t (7 %) an Häuptel- und Bummerlsalat stammten aus geschützter Kulturführung.

Weniger Kraut
Auch bei Kraut ging die Erzeugung aufgrund der wetterbedingt schlechteren Ertragslage gegenüber 2008 leicht (-1 %) auf 56.900 t zurück, und zwar trotz Kompensation der im Vorjahr wegen Hagel ausgefallenen Flächen (+6 %). Chinakohl erreichte zwar einen höheren Hektarertrag als im "mageren" Vorjahr, die Produktion blieb mit 26.600 t (+12 % gegenüber 2008) aber deutlich unterdurchschnittlich (-5 %). Erstmals seit fünf Jahren wurde die Spinatfläche stark reduziert (-24 %), wodurch die Produktionsmenge um 21 % auf 10.100 t abfiel. Bei Spargel wurde auf leicht ausgeweiteter Fläche (+2 %) eine Ernte von 2.500 t (+9 %) erzielt.


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Aktualisiert am: 24.11.2009 13:38
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