Wenig Preisbewegung am EU-Schlachtschweinemarkt

Zum Monatswechsel gab es kaum preisliche Veränderungen im Bereich der Schlachtschweine. In Deutschland kam es zu einer Absenkung des Vereinigungspreises.
In Österreich hat sich der Mastschweinepreis für die KW 28 nicht verändert.
In Österreich hat sich der Mastschweinepreis für die KW 28 nicht verändert.
Die Notierungen für Schlachtschweine an den repräsentativen Märkten der Europäischen Union haben sich zum Monatswechsel kaum verändert. Das durchschnittliche Preisniveau je 100 kg Schlachtgewicht (SG) stieg laut Angaben der Europäischen Kommission während der Woche zum 1. Juli 2012 saisonal um 12 Cent oder 0,1 % auf 167,94 Euro; das Vorjahresniveau wurde damit um 11,25 Euro oder 7,2 % übertroffen. Über steigende Erlöse konnten sich die Erzeuger zuletzt im krisengeschüttelten Griechenland freuen; dort legte der Schweinepreis um 2,1 % zu und lag damit mehr als 20 % über dem durchschnittlichen EU-Niveau. In Italien konnten Schlachtschweine 1,5 % teurer als in der Vorwoche verkauft werden, niederländische Mäster erhielten 1,1 % mehr Geld. Währungsbedingt stieg in Großbritannien der Wert des Schweins um 0,5 %. Ansonsten tendierten die Preise mehr oder weniger unverändert; das galt für Deutschland, Österreich, Spanien, Belgien und weitere Staaten. Etwas schwächer entwickelte sich zum Ende der Fußball-Europameisterschaft die Notierung in Polen; sie gab im Vorwochenvergleich um 0,8 % nach. In den osteuropäischen Ländern Tschechien, Slowenien und Ungarn sanken die Auszahlungspreise zwischen 1,2 % und 1,6 % ebenfalls. Dies wurde nur noch vom Notierungsminus von 4,3 % in Lettland übertroffen.

Vereinigungspreis um 3 Cent gesenkt
Der deutsche Schlachtschweinemarkt stand zuletzt ebenfalls unter Druck. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften sah sich gezwungen, ihre Leitnotierung für den Kassamarkt um 3 Cent/kg auf 1,60 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) nach unten zu setzen. Wie die Organisation mitteilte, hatten begrenzte Schlachtaktivitäten zu einem gut ausreichenden Schweineangebot geführt. Die Schlachtstufe habe dies genutzt, um Druck auf den Schweinepreis aufzubauen. Auf Seiten der Fleischvermarkter hieß es, der Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstem Bundesland und teilweise nur schleppende Exportmöglichkeiten hätten die Geschäftsaussichten eingetrübt und die Korrektur des Preises notwendig gemacht. An der Eurex in Frankfurt löste die Schwäche am Kassamarkt Kursrückgänge auf breiter Front aus: Auf Juli gehandelte Schlachtschweine verloren im Laufe der Berichtswoche fast 5 Cent/kg und wurden am Freitag für 1,610 Euro/kg abgerechnet. Der August-Kontrakt ging mit knapp 1,65 Euro/kg aus der Handelswoche; das waren knapp 3 Cent/kg weniger als am Freitag der Vorwoche. Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 35 Schlachtschweinekontrakte umgesetzt; das entsprach einer Menge von 280 t.

Nur Ferkel auf September gehandelt
Die Preisabschläge für Schlachtschweine wirkten sich auf den Handel mit Ferkel-Futures am Frankfurter Terminmarkt nur begrenzt aus. Allerdings wechselten in der Berichtswoche insgesamt lediglich drei Kontrakte zum Liefertermin September den Besitzer, allesamt am vergangenen Freitag. Der Preis lag bei 44 Euro pro Tier; zu diesem Kursniveau wurde der Septemberkontrakt dann auch abgerechnet, womit er um 1 Euro niedriger bewertet wurde als eine Woche zuvor. Auch mit den vorderen Terminkursen ging es nach unten. Der Juli-Kontrakt schloss am Freitag mit einem Abrechnungswert von 47 Euro pro Ferkel; das waren 0,80 Euro weniger als sieben Tage zuvor. Die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs reichte dabei zuletzt für Juli-Ferkel von 45,50 Euro bis 48,50 Euro. Der Future mit Verfallsdatum im August wurde zum Börsenende für 45,75 Euro abgerechnet, was dem Vorwochenniveau entsprach.

Aktualisiert am: 09.07.2012 09:37
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