Weltmilchtag am 1. Juni

Am 1. Juni ist der Weltmilchtag. An diesem Tag soll er Konsum von Milch gefördert werden. Diesen Tag nahmen Minister Berlakovich und die AMA zum Anlass, um die Situation der Österreichischen Milchwirtschaft darzustellen.
"Die Situation der heimischen Milchbäuerinnen und -bauern ist dramatisch.
Am 1. Juni ist Weltmilchtag.
Am 1. Juni ist Weltmilchtag.
Es geht daher am diesjährigen Weltmilchtag, der am 01.06. begangen wird, nicht nur um ein schmackhaftes und wertvolles Lebensmittel, sondern um die bäuerliche Existenzsicherung ", unterstrich Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich laut APA vor Journalisten. “Neben der Frische ist die Herkunft eines der Hauptkriterien beim Kauf von Milchprodukten ", berichtete AMA Marketing-Geschäftsführer Stephan Mikinovic. Anlässlich des Weltmilchtages solle besonders auch die Bedeutung der Milchviehhaltung für die Landschaftspflege hervorgehoben werden. "Ein Liter Milch entspricht einem Quadratmeter gepflegter Landschaft ", veranschaulichte Mikinovic die Zusammenhänge.

Milchquoten-Erhöhung aussetzen
Der Druck auf die heimische und europäische Milchwirtschaft hat in den vergangenen Monaten aufgrund der schlechten Preislage, von Export- und Konsumrückgängen und des Umstiegs auf Ersatzprodukte in der Lebensmittelproduktion und Gastronomie zugenommen. "Auf nationaler Ebene haben wir bereits wichtige Schritte gesetzt, um den Milchbauern zu helfen ", berichtete Berlakovich. Die Lage sei dramatisch und in manchen Fällen sogar existenzbedrohend. Daher habe er für heuer und für kommendes Jahr ein Milchkonjunkturpaket geschnürt. Die heuer vorgesehene Milchquoten-Erhöhung um 1% wolle er in dieser schwierigen Phase aussetzen. Dafür sei allerdings der Beschluss des Marktordnungsgesetzes notwendig, erläuterte der Minister und appellierte in diesem Zusammenhang an die Abgeordneten im Parlament, dieser Gesetzesnovelle zuzustimmen.

Marktpartner tragen Verantwortung
"In der jetzigen Situation ist es wichtig, dass alle Marktpartner an einem Strang ziehen, und zwar vom Produzenten über den Verarbeiter und Handel bis zum Konsumenten ", stellte der Minister fest. So könnte etwa bei den Molkereien die Effizienz im Bereich der Milchsammlung verbessert werden. Den Handel rief er zu partnerschaftlichem Verhalten auf. Von der Bewerbung heimischer beziehungsweise regionaler Milchprodukte könnten auch die Supermärkte profitieren, gab Berlakovich zu bedenken.

Gegen "Geiz ist geil "-Mentalität
"Vor allem die Konsumenten sind entscheidende Partner für die Bauern. Ihnen müssen wir am Weltmilchtag verstärkt bewusst machen, dass sie mit dem Griff zu einem heimischen Produkt über den Bestand der Landwirtschaft in Österreich mitentscheiden, " so der Minister. Wer gute und frische Lebensmittel konsumieren wolle und eine intakte Natur für die Freizeitgestaltung schätze, der müsse lokale Produkte kaufen, damit die heimischen Bäuerinnen und Bauern ein gerechtes Einkommen erhalten. In diesem Zusammenhang verwies Berlakovich auf die sinkenden Inflationszahlen und ersuchte die Arbeiterkammer darum, die ständigen Behauptungen, Lebensmittel und speziell Milchprodukte wären zu teuer, einzustellen. (Anmerkung: Laut jüngster Eurostat-Vorschätzung wird für Mai in der Eurozone eine Inflationsrate von 0,0 % erwartet.) "Die "Geiz ist geil "-Mentalität ist hier völlig fehl am Platz, der AK sollte bewusst sein, dass dadurch auch viele Arbeitsplätze in der Milchwirtschaft gefährdet werden können ", gab der Ressortchef zu bedenken.

Wie wird Milch konsumiert?
Das wichtigste Kaufkriterium bei Milch ist mit 73% Zustimmung die Frische, das zweitwichtigste mit 64% die heimische Herkunft. Nur die Hälfte der Konsumenten (54%) schaut nach eigenen Angaben auf den Preis. Dies ergab eine Umfrage von Fessel-GFK im November 2008. Milch ist gesund, das sagten 32% der Konsumenten, die im Dezember 2008 von Marketagent.com im Auftrag der AMA Marketing befragt wurden. Gesundheitliche Gründe sind für die meisten in Summe das Hauptargument für den Milchkonsum. Weitere Gründe sind: "weil Milch schmeckt " und "weil man Milch einfach im Haus hat ". Rund zwei Drittel aller Konsumenten geben an, Milch täglich in irgendeiner Form zu verwenden. Hauptsächlich (30%) wird Milch als Kaffeebeigabe verwendet, 27% trinken sie in anderer Form und 20% brauchen sie zum Kochen und Backen.

Kunstkäse - Kritik an Täuschung der Konsumenten
Kritik wurde heute auch an der verstärkten Verwendung von "Kunstkäse " in Verarbeitungsprodukten geübt: Dieses Produkt ist kein Käse aus Milch, sondern nur ein Imitat, bestehend aus Palmöl, Stärke, Milch- oder Sojaeiweiß, Salz und Geschmacksverstärkern. Es ist rund 40% billiger als echter Käse, hitzebeständiger, besser standardisierbar und maschinengängig. Verwendung findet dieses künstliche Gemisch vorzugsweise in der Gastronomie und auf Fertiggerichten wie auf Pizza, Toasts und Baguettes, so Mikinovic.

Berlakovich appeliert an verarbeitende Industrie
"Die verarbeitende Lebensmittelindustrie, die in den vergangenen Jahren auf Ersatzprodukte, etwa in der Eis- und Süßwarenproduktion, umgestiegen ist, wird aufgerufen, wieder echte Milch und Milchprodukte zu verwenden ", betonte Berlakovich. "Mir geht es vor allem auch darum, dass die Konsumenten nicht irregeführt werden. Sie müssen weiterhin Vertrauen in unsere heimischen Lebensmittel haben. Wo Käse draufsteht, muss Käse drinnen sein ", betonte der Minister. Er forderte eine klare, eindeutige EU-weite Lebensmittelkennzeichnung bei der Verwendung von derartigen Imitaten.

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Aktualisiert am: 05.06.2009 11:09
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