Weltmilchtag: Milchsektor erholt sich wieder

Laut einer Mitteilung der AMA-Marketing zeigt nach dem Krisenjahr 2009 die Milch-Kurve für 2011 bei Wert und Menge wieder nach oben. Besonders gut entwickelt hat sich dabei Bio. Mit den Heumilchprodukten wurde zudem ein neues Segment im Markt verankert.
Rechtzeitig zum Weltmilchtag am 1. Juni erholt sich der Milchsektor wieder. (vlnr.: AMA-Vorstandsvorsitzender DI Griesmayr, LW-Minister Berlakovich und Hermann Stockinger, Milchbauer aus St.Peter/Au)
Rechtzeitig zum Weltmilchtag am 1. Juni erholt sich der Milchsektor wieder. (vlnr.: AMA-Vorstandsvorsitzender DI Griesmayr, LW-Minister Berlakovich und Hermann Stockinger, Milchbauer aus St.Peter/Au)
Im Käse- Export wurde 2011 erstmals die 100.000 Tonnen-Schallmauer erreicht. 2011 haben die Preise im gesamten Mopro(Molkereiprodukte)-Segment zwar zugelegt, hinken zurzeit aber hinter 2008 her. Für drei Viertel der KonsumentInnen gehört Milch immer in den Kühlschrank. Zum überwiegenden Teil wird Milch für den Kaffee verwendet. Das ergibt die RollAMA Marktanalyse sowie eine Studie von keyQuest anlässlich des Weltmilchtages, der jedes Jahr am 1. Juni begangen wird.

Bio-Anteil im Mopro-Bereich stetig steigend
Im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) wurden im Jahr 2010 Milch und Milchprodukte im Wert von rund 1,43 Mrd. Euro gekauft. Jeder Haushalt gibt im Monat ca. 36 Euro für Molkereiprodukte aus, am meisten davon für Käse mit 36%, gefolgt von Trinkmilch mit 19%. Der Bio-Anteil weist dabei in den letzten Jahren sowohl in Menge als auch in Wert eine stetige Steigerung auf und lag 2010 im Segment Butter etwa bei 10,8%, Käse 6,9%, Fruchtjoghurt 11,9% und Trinkmilch bei 14,7%.

Käse ist im Heumilchsegment am erfolgreichsten
Die Heumilchwirtschaft ist die ursprünglichste und traditionellste Form der Milcherzeugung, wirkt sich positiv auf die Natur aus und trägt auch zur Erhaltung des typisch österreichischen Landschaftsbildes bei. In Österreich gibt es rund 8.000 Heumilchbauern, die 15% der erzeugten Milch in unserem Land nach den Kriterien der Heumilch-Produktion erzeugen. In Europa sind dies nicht einmal mehr 3%. 2010 wurden bereits Heumilchprodukte im Wert von 56 Mio. Euro im heimischen LEH verkauft. Das ist um über 20% mehr als 2009. Der Mengenanteil total im Handel beträgt damit 4,6%. Das beliebteste Segment ist dabei der Hartkäse aus Heumilch mit fast 30% Anteil an Hartkäse total.

Trinkmilch: Siegeszug der ESL-Milch geht weiter
Frischmilch hat mit etwa 46% in Wert und Menge im LEH weiterhin unbestritten den größten Anteil im Trinkmilchsegment. ESL-Milch (länger frische Milch) konnte ihren Marktanteil von 2009 auf 2010 auf hohem Niveau weiter ausbauen, der absolute Höhenflug scheint hier aber vorbei zu sein. Tapfer hält sich mit geringen Auf- und Abs seit Jahren die Haltbarmilch, die am beliebtesten bei älteren Familien ist. Die klassische Frischmilch punktet am meisten bei jungen Familien mit Kind, ergibt die Reichweitenanalyse.

Milch und Milchprodukte wurden seit 2008 billiger
Im 1. Quartal 2011 wurde im Moprosegment um 1,2% mehr gekauft als in der Vorjahresperiode (Jänner – März 2010). Diese Mengensteigerung geht auch einher mit einer Wertsteigerung (+6,1%). Im 1. Quartal 2011 sind die Mopropreise zwar gestiegen (durchschnittlich 4,8%), haben aber insgesamt noch lange nicht das Niveau von 2008 erreicht. Ein Kilo Käse etwa kostete 2008 im Durchschnitt 9,44 Euro und heute 9,02 Euro.

Erstmals 100.000 Tonnen Käse exportiert
Nach dem Krisenjahr 2009 und den Werteinbrüchen besonders im Moprosegment ist die Exportkurve 2010 wieder auf Bergfahrt. 2010 legte Österreichs Mopro-Export um 6,6% zu. Aber auch der Import nach Österreich stieg im ähnlichen Ausmaß, nämlich um. Am erfolgreichsten war dabei Käse. 2010 kratzten wir damit bereits an der 100.000 Tonnen-Grenze. Der Käse-Export hat sich seit dem EU-Beitritt nahezu versechsfacht. Das wichtigste Exportland ist und bleibt Deutschland. Österreichischer Käse hat sich dabei als echter Exportschlager erwiesen. 2010 konnte der Käse-Export zu unserem Nachbarn von hohem Niveau um immerhin fast 19% zulegen und damit erstmals mit Deutschland eine positive Handelsbilanz erreicht werden.

Bei 90% der Konsumenten gehört Milch in den Haushalt
72% der Befragten Konsumenten geben an, dass sie immer Milch im Kühlschrank haben. Je größer die Anzahl der Haushaltsmitglieder ist und je mehr kleine Kinder im Haushalt leben, umso wahrscheinlicher gibt es Milch im Kühlschrank. Zum überwiegenden Teil wird Milch für den Kaffee verwendet (24%), in weiterer Folge für Kakao oder andere Milchmischgetränke (20%), 18% trinken die Milch pur und 17% schütten sie ins Müsli und 16% brauchen sie zum Backen und Kochen. Das ergab eine Umfrage von keyQuest im Mai 2011 unter 500 Proponenten.

Krönender Milchgenuss
„Milch ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der Ernährung und der heimischen Lebensgewohnheiten. Sie ist eben ein richtiges `Überlebensmittel“. Der Trend geht dabei immer mehr zu Regionalität und Natürlichkeit. Das betrifft zum Beispiel die Butter, die sich immer mehr gegen die Margarine behauptet oder auch die gute Entwicklung bei Naturjoghurt. Die Innovationsfreude der heimischen Produzenten hält den Markt gleichzeitig mit neuen Produkten in Schwung. Heimische Herkunft und hohe Qualität sind dabei die großen Leitlinien. Deshalb heißt das neue Motto der AMA Marketing auch: `Das AMA-Gütesiegel setzt der Milch die Krone auf`“, so DI GÜNTER GRIESMAYR, anlässlich des Weltmilchtages am 1. Juni. (AMA)

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Aktualisiert am: 29.05.2011 17:17
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