Weltmilchtag: Milchbauern haben Sorge

Anlässlich des Weltmilchtages am 1. Juni drehte sich bei den Bauernvertretern und bei den verarbeitenden Molkereien wieder mal alles um den wertvollen Rohstoff Milch. Sie fordern den Handel auf, Milch- und Molkereiprodukte nicht auf Kosten der Bauern zu verschleudern.
V.l.: Johann Zöhrer, Hans Resch, Fritz Gruber und Friedrich Tiroch appellieren an den Handel, Milch nicht zu verschleudern.
V.l.: Johann Zöhrer, Hans Resch, Fritz Gruber und Friedrich Tiroch appellieren an den Handel, Milch nicht zu verschleudern.
Vizepräsident der steirischen Landwirtschaftkammer Hans Resch betonte ein Mal mehr wie wichtig die Milchwirtschaft in Österreich sei. Aufgrund der aktuellen Preissenkungen von Milch- und Molkereiprodukten im Handel appelliert er an die Handelsketten, Milch nicht als Lockmittel einzusetzen und billigst zu verschleudern. Die Bauern haben aufgrund der weltweit hohen Rohmilchanlieferung ohnehin einem hohen Preisdruck stand zu halten. Laut einer jüngst veröffentlichten Umfrage von OEKONSULT im Auftrag der Landwirtschaftskammer seinen knapp 60 % der Bevölkerung bereit, für Milch mehr zu bezahlen, wenn es den Milchbauern zu Gute kommt. „Die Fördergelder für die Milchbauern müssen in der GAP 2014-2020 unbedingt aufrecht erhalten werden“, so Resch. Wenn die Bergbauern ihre Höfe nicht mehr bewirtschaften, entstünden für die Gesellschaft enorm hohe Kosten, weil der Tourismus abschwächt. Resch will im Milchbereich eine branchenübergreifende Plattform ähnlich der FPP beim Forst etablieren. Hierbei sollen Urproduzenten, Verarbeiter, Handel und Forschung an einem Tisch sitzen und sich für den Rohstoff Milch einsetzen.
Wertschöpfung erhalten
Problematisch für die Milchbauern ist auch die Preis-Kosten-Schere, die nach wie vor weit auseinander liegt. Seit 2005 sind die Kosten für die wichtigsten Betriebsmittel um 64 % gestiegen, während die Erzeugermilchpreise nur um bescheidene 20,7 % angezogen haben. „Mit der Produktionsoptimierung sind die Bauern am Zenit angelangt“, so Fritz Zöhrer, Sprecher der steirischen Milchbauern. Ohne die Ausgleichszulagen können die österreichischen Milchbauern mit den Bauern in Gunstlagen in anderen EU-Staaten nicht konkurrenzieren. Von Seiten der Molkereien wird versucht, die angelieferte Milch mit einer hohen Wertschöpfung zu vermarkten. Vertreter der Obersteirischen Molkerei rechnen bis 2015 mit einer Mehranlieferung von bis zu 15 % in ihrem Einzugsgebiet. Da die Genossenschaftsmolkereien verpflichtet sind, jeden Liter Milch im Tank zu übernehmen, müssen Absatzwege sowie Produktionskapazitäten geschaffen werden. Die hochqualitativen österreichischen Molkereiprodukte sollen anders sein als Massenprodukte, um das höher Preisniveau zu halten und zu rechtfertigen.


Aktualisiert am: 31.05.2012 14:39
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