Weltmilchtag: Höheren Milchpreisen eine Bresche schlagen

Höhere Milchpreise sind greifbar und all jene, die dazu beigetragen haben, werben natürlich auch am Weltmilchtag für die heimische Milch.
IG-Milch-Mitglieder bei der Arbeit: Die Besucher freuten sich über die Kostprobe und wissen nun, dass sie mit dem Kauf heimischer Milchprodukte am meisten für die Milchbauern tun können.
IG-Milch-Mitglieder bei der Arbeit: Die Besucher freuten sich über die Kostprobe und wissen nun, dass sie mit dem Kauf heimischer Milchprodukte am meisten für die Milchbauern tun können.
In ganz Österreich warben am 1. Juni unzählige Mitglieder der IG-Milch mit Staatspreisträgerin „Faironika“. Allein am Grazer Hauptplatz überzeugten 40 Milchbauern interessierte Konsumenten von Milchprodukte aus Österreich und fairen Milchpreisen – mit einem Bauernmilchpreis von 40 Cent als unterste Grenze.

Fairer Milchpreis
„Ein fairer Milchpreis ist jener, bei dem die Tiere so betreut werden können, wie es ihnen zusteht, die Umwelt keinen Schaden nimmt und die Milchbauern durch ihre tägliche Arbeit ein gerechtes Einkommen finden“, erläutert Walter Stadlober, einer von den 40 Milchbauern die anlässlich des Weltmilchtages nach Graz gekommen sind. Bei der Verkostung von Milch und Joghurt kommen die Landwirte mit den Konsumenten ins Gespräch. Und wie sich herausstellt, sind höhere Milchpreise für die Konsumenten kein Problem. Im Gegenteil: Wiederholt fragen die vom Auftritt der Milchbauern in rot-weiß-roten Leibchen begeisterten Besucher um Unterschriftenlisten, damit sie die Bauern unterstützen können. In der Zwischenzeit fotografieren sich die Kinder mit Top-Model „Faironika“, die von den Eltern nur allzu oft mit nach Hause genommen werden sollte.

Hofer erhöht Milchpreis
Mittlerweile hat sich Gedanke von fairen Milchpreisen europaweit etabliert. Vor kurzem unterstützten 25.000 deutsche Milchbauern – von nicht mehr ganz 100.000 – ihre Molkereien in den Verhandlungen mit dem Lebensmittelhandel und gingen geschlossen auf die Straße. Daraus folgten in Deutschland Bauernmilchpreiserhöhungen von bis zu 5 Cent. Als wichtigster Signalgeber im Diskontbereich schloss sich in Österreich Hofer dieser Entwicklung an und erhöhte letzte Woche den Regalpreis für H-Milch um 10 Cent.

IG-Milch gibt die Richtung vor
Eines ist klar: die IG-Milch nutzt den aktuellen Aufwind und die Markenstärke der „A fairen Milch“ geschickt aus, um der Forderung nach höheren Bauernmilchpreisen weiterhin Nachdruck zu verleihen. Während Ende Juni im European Milk Board der Fahrplan für die weitere Vorgehensweise festgelegt wird, möchte die IG-Milch das Produktsortiment von „A faire Milch“ ausbauen. Die Strategen der IG arbeiten derzeit an einer „A fairen Biomilch“ und an einem „A fairer Käse“.


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Aktualisiert am: 11.06.2007 11:55
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